Mittwoch, 20. Februar 2019

AB Inbev Der Feldzug des Bierpaten

Bier für die Welt: Die größten Brauereien
REUTERS

Innerhalb von zwölf Jahren hat ein brasilianischer Bierbrauer den Weltmarkt aufgerollt und es zur weltweiten Nummer eins gebracht. Letzter Coup: die Übernahme der Corona-Brauerei Modelo. Deutschland dürfte von weiteren Avancen der Brasilianer allerdings erst einmal verschont bleiben.

Hamburg - Die Genugtuung ist Carlos Brito ins Gesicht geschrieben. Immer wieder gleitet für einige Sekunden ein breites Grinsen über die scharfen Gesichtszüge des sonst so kontrollierten Brasilianers, als er im Fernsehinterview seinen neuen Coup erläutert. Die Übernahme des mexikanischen Bierbrauers Modelo - weltweit bekannt durch sein Corona-Bier.

Etwas mehr als 20 Milliarden Dollar lässt Brito sich die Übernahme kosten. Die teuerste im Verbrauchsgütersektor in diesem Jahr. Im Gegenzug dafür erhält AB InBev eine der weltweit größten Biermarken und noch mehr Einfluss in Süd- und Lateinamerika.

Für Brito keine ungewöhnliche Größenordnung. 2004 stand er an der Spitze des brasilianischen AmBev-Konzerns, als dieser mit dem belgischen Konkurrenten Interbew zum Biergiganten InBev fusionierte. Und das Zusammengehen mit dem US-Wettbewerber Anheuser Busch 2008 kostete mit 52 Milliarden US-Dollar mehr als das Doppelte.

Jedes fünfte Bier stammt aus den Braukesseln der Brasilianer

Die Übernahme von Modelo sei nur ein "natürlicher nächsten Schritt", erklärt Brito. Ein Schritt auf dem Weg noch weiter nach oben. Dabei ist AB InBev längst an der Spitze angekommen. Fast jedes fünfte Bier, das in der Welt getrunken wird, stammt bereits aus den Braukesseln der Brasilianer.

Und mit Modelo werden es bald noch mehr sein. Sieben der zehn weltweit wertvollsten Biermarken befinden sich laut einer Erhebung von Millward Brown in den Händen der Brasilianer. Unterm Strich verdiente der Konzern 2011 mit 5,86 Milliarden Dollar rund 45 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Kurs hat sich seit 2008 fast verdreifacht. Kein Wunder, dass AB InBev ein Liebling der Analysten ist.

Doch Brito will noch mehr.

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