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14.06.2012
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Heideldruck
Warum kein Turnaround in Sicht ist

Von Kristian Klooß

Weiteres Verlustjahr: Druckmaschinen von Heidelberger Druck
DPA

Weiteres Verlustjahr: Druckmaschinen von Heidelberger Druck

Heideldruck und Koenig & Bauer bleiben im Krisenmodus. Denn trotz der Pleite von Manroland, trotz der Branchenmesse Drupa und des Vorstoßes ins Digitalgeschäft zweifeln Analysten am Turnaround der Druckmaschinenbauer.

Hamburg - Wenn ein Unternehmen von sich behaupten darf, es habe eine Gelddruckmaschine erfunden, dann die Würzburger Koenig & Bauer AG Chart zeigen. Denn auf den Maschinen des Traditionsunternehmens werden jene Banknoten gedruckt, die in der Euro-Krise so sehr nachgefragt sind.

An diesem Donnerstag findet nun die 87. Hauptversammlung des Unternehmens im Würzburger Vogel Convention Center statt. Und dass Claus Bolza-Schünemann, CEO des S-Dax-Konzerns, seinen Aktionären einen kleinen Gewinn von 14 Millionen Euro präsentieren darf, liegt vor allem am florierenden Geschäft mit Notenpressen und anderen Spezialdruckmaschinen.

Weniger rosig sieht es aus, wenn man den Blick auf die zwei anderen wichtigen Säulen des Geschäfts richtet: Den Rollenoffset- und den Bogenoffset-Druck. Das Rollenoffset-Geschäft mit den gigantischen Druckmaschinen, zwischen deren Rollen Nacht für Nacht kilometerlange Papierbahnen hindurchzischen und mit den Zeitungstexten des nächsten Tages bedruckt werden, läuft mehr schlecht als recht. Und auch im Bogenoffset-Druck, bei dem Plakate oder Verpackungen bogenweise bedruckt werden, sieht es kaum besser aus.

Dass dies nicht nur für den Traditionskonzern Koenig & Bauer gilt, muss im rund 120 Kilometer östlich gelegenen Heidelberg an diesem Donnerstag auch Bernhard Schreier erklären. Der Chef von Heidelberger Druckmaschinen steht heute Analysten Rede und Antwort, um ihnen die Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres zu erläutern.

Und auch hier sieht es bedenklich aus: Denn im abgelaufenen Geschäftsjahr Geschäftsjahr 2011/12 vergrößerte sich der Verlust des Branchenführers auf 230 Millionen Euro von 129 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz schrumpfte um 1,3 Prozent auf knapp 2,6 Milliarden Euro. Auch der Auftragseingang fiel mit 2,56 Milliarden Euro 7 Prozent schwächer aus als vor Jahresfrist.

Glaspalast aus vergangenen Zeiten

Der Ort der Analysten-Konferenz, die Print Media Academy, ist ein gigantischer Würfel aus Glas und Stahl inmitten Heidelbergs - in dessen Dachgeschoss in der zwölften Etage Sternekoch Manfred Schwartz, der einst mit Hilfe Helmut Kohls den Saumagen in Deutschland populär machte, regionale Leckerbissen kredenzt.

Doch Glaswürfel und Sternekoch sind auch Ausdruck vergangener Zeiten. Zeiten, in denen das deutsche Druckkonzerntrio Heideldruck, Koenig & Bauer und Manroland zweistellige Ebitmargen einfuhr. Zeiten, die spätestens im Jahr 2008 endeten.

Seither gaben die drei Weltmarktführer ein Trio der Tristesse ab. Während der Rest der Industrie den deutschen Aufschwung auskostete, mussten sich die Druckmaschinenhersteller mit Magerkost begnügen.

Vorläufiger Tiefpunkt: die Pleite der Manroland AG Ende November 2011. Für Heideldruck-Chef Schreier, der mit seinem Unternehmen im Jahr 2010 selbst nur durch staatliche Hilfen den Kollaps verhindern konnte, kam die Pleite des ewigen Konkurrenten durchaus recht. Bis zu 100 Millionen Euro, so Schreier, könne Heidelberg durch die Insolvenz des Rivalen an zusätzlichen Aufträgen einspielen.

Doch kann Heideldruck wirklich von der Insolvenz der Konkurrenten profitieren? Und sind die 100 Millionen Euro eine realistische Schätzung?

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