Sonntag, 21. Oktober 2018

Dax-Geflüster Stahlkocher in Rohstoffnot

Mittal, Tata, Mordaschow: Diese Namen beherrschen die Stahlindustrie
dapd

4. Teil: Beispiel ArcelorMittal: Wer Erz braucht, kauft sich eine Mine

Der weltweite Marktführer ArcelorMittal Börsen-Chart zeigen macht vor wie es geht. Schätzungen zufolge deckt er bereits deutlich mehr als die Hälfte seines Erzbedarfs aus eigenen Minen. Auch bei den ganz großen Einzeltransaktionen 2011 stand die Sicherung der Rohstoffversorgung im Fokus. Der Verkauf der Aluminiumaktivitäten von Vale an den norwegischen Konkurrenten Norsk Hydro für knapp fünf Milliarden Dollar etwa war der größte Deal in der Stahl- und Metallindustrie im vergangenen Jahr überhaupt - und diente den Norwegern zur Sicherung der Rohstoffzufuhr.

Auch die Übernahme des kanadischen Erzproduzenten Consolidated Thompson durch den US-Konzern Cliffs Natural Ressources für 4,4 Milliarden US-Dollar, im Jahresranking auf Platz zwei, ist ein passendes Beispiel.

In Brasilien beteiligten sich zudem in zwei Transaktionen mit einem Volumen von jeweils knapp zwei Milliarden US-Dollar ein chinesisches und ein japanisches Investorenkonsortium am Minenkonzern CBMM. CBMM ist der weltgrößte Produzent von Niob, einem seltenen Schwermetall, das unter anderem beim Bau von Pipelines eingesetzt wird.

Allerdings bringt auch diese Strategie Unwägbarkeiten mit sich. "Die Option sich den Zugriff auf Erz durch die Exploration eigener Minen zu sichern, ist für Stahlhersteller mit Risiken verbunden", sagt Experte Bronk. "Denn sowohl ein höheres Volumen chinesischer Erze auf dem heimischen Markt wie auch die Sättigung des Erzmarktes insgesamt könnten durch China gesteuert für sinkende Preise bei Erzen sorgen." Ganz gelöst ist das Rohstoffproblem der Stahlkonzerne eben noch nicht.

Fotostrecke: Wer im weltweiten Stahlgeschäft das Sagen hat

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