Sonntag, 21. Oktober 2018

Konjunktur Stahlproduktion zieht wieder an

Stahlwerk von ThyssenKrupp in Duisburg: Zuwächse im Januar und Februar

Das Jahr beginnt für die Stahlproduzenten vielversprechend. Nach den Rückschlägen Ende 2011 ist die Stahlproduktion nicht nur im Januar, sondern auch im Februar deutlich angestiegen. Dennoch lag der Zuwachs drei Prozent unter dem des Vorjahres.

Düsseldorf - Die Stahlproduktion in Deutschland zieht nach den Rückschlägen Ende 2011 wieder an. Im Februar stellten die Hütten rund 3,6 Millionen Tonnen Rohstahl her, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Das waren zwar drei Prozent weniger als vor einem Jahr, aber sechs Prozent mehr als im Vormonat.

Bereits im Januar war die Produktion im Vergleich zum Dezember angestiegen. Damit bestätige sich das Bild einer aufwärts gerichteten Stahlkonjunktur, erklärte der Verband. Er rechnet mit eine nahezu stabilen Nachfrage in diesem Jahr in Deutschland. Nach einer Rohstahlproduktion von 44,3 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr geht der Verband für 2012 von rund 44 Millionen Tonnen aus.

Auch die Stahlverarbeiter sind wieder etwas optimistischer. Sie schätzen ihre Geschäftslage besser ein als noch Ende 2011, erklärte der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) ebenfalls am Freitag. Im Januar produzierten sie drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig fielen aber die Auftragseingänge um 2,6 Prozent. Insbesondere aus dem Ausland gingen die Bestellungen deutlich um 8,2 Prozent zurück. Das deute auf Produktionsrückgänge in den nächsten Monate hin. In der zweiten Jahreshälfte erwartet der WSM aber wieder einen Aufholprozess. Der Verband rechnet im Gesamtjahr mit einer Produktionssteigerung von drei bis vier Prozent.

Den vergleichsweise optimistischen Eindruck teilen aber nicht alle Branchenvertreter. Der Duisburger Stahlhandelskonzern Klöckner & Co. Börsen-Chart zeigen stellt sich etwa europaweit auf einen Rückgang der Stahlnachfrage im mittleren einstelligen Prozentbereich ein, unter dem auch Deutschland leiden werde. Klöckner-Chef Gisbert Rühl verwies am Mittwoch zur Begründung auf den deutlich gesunkenen Auftragsrückgang im Maschinenbau und die bescheidenen Prognosen für den Autoabsatz in Europa.

krk/dpa

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