Siemensmanager magazin RSS  - Siemens

Alle Artikel und Hintergründe


24.01.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Gewinneinbruch
Erneuerbare Energien belasten Siemens

Siemens-Zentrale in München: Auch die Hoffnungsträger Wind- und Solartechnik schwächeln
dapd

Siemens-Zentrale in München: Auch die Hoffnungsträger Wind- und Solartechnik schwächeln

Schlechte Nachrichten für Siemens-Aktionäre zur Hauptversammlung: Der Gewinn des Industriekonzerns ist im ersten Quartal eingeknickt, die Neuaufträge schwinden. Die Folgen der Euro-Krise sowie unrentable Geschäfte im Segment der Erneuerbaren Energien belasten den Konzern.

München - Der Industriekonzern Siemens hat den Jahresauftakt verpatzt: Unrentable Geschäfte im Segment der Erneuerbaren Energien und die Folgen der Euro-Krise verhagelten dem deutschen Industrieflaggschiff das erste Geschäftsquartal 2011/12. Der Konzerngewinn brach binnen Jahresfrist um ein Sechstel auf 1,46 Milliarden Euro ein, wie Siemens am Dienstag im Vorfeld der Hauptversammlung mitteilte.

Wegen der Abkühlung der Weltwirtschaft schwinden die Neuaufträge. Zudem setzte Siemens Chart zeigen seine lange, bei Investoren unbeliebte Tradition von teuren Sonderbelastungen fort. Missratene Projekte in der Stromübertragung und der Zugtechnik sowie der Umbau der Medizintechnik drückten den Gewinn um 344 Millionen Euro.

Der Umsatz legte um 2 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro zu. An der Börse kam die Entwicklung nicht gut an: Die Aktie von Siemens gab gut 3 Prozent nach und zog den Leitindex Dax Chart zeigen mit sich. "Das Ergebnis der operativen Segmente ist eine klare Enttäuschung", urteilte DZ-Bank-Analyst Karsten Oblinger.

Für die Zukunft verbreite Vorstandschef Peter Löscher angesichts eines Auftragspolsters von gut 100 Milliarden Euro dennoch Zuversicht. Im Gesamtjahr werde sein Haus wie geplant im fortgeführten Geschäft einen Gewinn von sechs Milliarden Euro erwirtschaften, bekräftigte er die Prognose. Im laufenden Quartal werde weiter Anspannung auf dem Weltmarkt herrschen, dann soll es besser werden.

Probleme mit Wind- und Solartechnik

Ausgerechnet die Prestigegeschäfte von Siemens gerieten in die Krise. Die Produktion von Technik zur Erzeugung erneuerbarer Energien rutschte in die Verlustzone. Weder der Verkauf von Windturbinen noch der von Solartechnik rentierten sich für die Münchner. Gestiegene Kosten, unter anderem für das aufgestockte Personal, und ein harter Preiskampf brockten dem Segment einen Fehlbetrag von 48 Millionen Euro ein.

"Man muss einfach sehen: Die goldenen Zeiten sind vorbei, in denen man immer mit zweistelligen Wachstumsraten rechnen konnte", sagte Löscher. "Der Markt wird kurzfristig hart umkämpft bleiben." Dennoch solle der Verlust ein einmaliger Ausrutscher bleiben.

Zudem verdarben missratene Stromübertragungs-Projekte die Bilanz. Verzögerungen beim Anschluss von fünf Windparks vor der deutschen Küste kosteten Siemens im Ergebnis 203 Millionen Euro. Schuld sei die fehlende Freigabe durch den Regulierer, klagte Löscher. Außerdem seien die Preise für Umspannwerke und große Transformatoren im Keller, und das werde auch weiter so bleiben, sagte Finanzchef Joe Kaeser.

Euro-Schuldenkrise als weitere Belastung

Die schwankenden Staatsfinanzen taten bei dem Infrastruktur-Anbieter ein Übriges. "Sorgen macht uns die Schuldenkrise in Europa", sagte Löscher vor den Aktionären. "Die Unsicherheiten der anhaltenden Schuldenkrise haben auch in der Realwirtschaft Spuren hinterlassen", erklärte er. "Auch wenn in der zweiten Jahreshälfte eine Erholung erwartet wird, müssen wir hart arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen."

In vielen Branchen hielten sich die Kunden mit Investitionen zurück, die öffentliche Hand habe unter klammen Budgets zu leiden. Daher will Löscher das Geld zusammenhalten. "Cash bleibt King, die konservative Finanzpolitik hat sich bewährt", dämpfte er Hoffnungen der Anteilseigner auf eine Sonderdividende aus der Barschaft von fast neun Milliarden Euro.

An den Börsenplänen für die Leuchtmitteltochter Osram hält Siemens Chart zeigen trotz aller Widrigkeiten fest. Die Emission sei für das Kalenderjahr 2012 geplant, sagte Kaeser und deutete damit eine Orientierung auf das Jahresende an. Osram hatte zuletzt seinen Gewinn und Umsatz wieder gesteigert. Die Talfahrt im Zyklus der Tochter habe ihr Ende erreicht, sagte Finanzchef Joe Kaeser.

mg/rtr/dpa-afx

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Georgsmarienhütte
Ex-Siemens-Vorstand Süß löst van Hüllen ab
Vergleich mit Ex-Vorstand Neubürger
Siemens beendet Korruptionsaffäre
Fast 50 Prozent mehr
Dickes Gehaltsplus für Siemens-Chef Kaeser
Ex-IG-Metall-Chef
Huber verlässt Siemens-Aufsichtsrat

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH



Hintergründe, Artikel, Fakten

finden Sie auf den Themenseiten zu ...










Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?