Sonntag, 24. März 2019

Milliardeninvestition BASF baut Kunststoffanlage in Ludwigshafen

Milliardenprojekte: Wo Firmen in Deutschland investieren
BASF

Nur einen Tag nach dem Beschluss, die Zentrale für grüne Gentechnik aus Rheinland-Pfalz abzuziehen, gibt BASF der Region ein positives Signal. Der weltgrößte Chemiekonzern will rund eine Milliarde Euro in den Ausbau seiner Kunststoffproduktion in Ludwigshafen stecken.

Ludwigshafen - Am Standort Ludwigshafen werde eine neue Anlage zur Herstellung von TDI (Toluoldiisocyanat) mit einer Kapazität von 300.000 Tonnen gebaut, teilte der Konzern am Dienstag mit. Zusätzlich würden die Anlagen für TDI-Vorprodukte ausgebaut. Dazu gehören eine neue Chlorwasserstoff-Recyclinganlage und die Erweiterung der Anlagen für Salpetersäure, Chlor und Synthesegas. Weiterhin ist geplant, den Aromatenkomplex am Standort für die Bereitstellung von Toluol zu erweitern.

Die Produktion solle Ende 2014 ihren Betrieb aufnehmen, insgesamt würden etwa 200 neue Arbeitsplätze geschaffen. Es handele sich um eine der größten Investitionen der BASF Börsen-Chart zeigen in Ludwigshafen in der Unternehmensgeschichte, sagte ein Firmensprecher.

Die TDI-Produktionsanlage der BASF Schwarzheide mit einer Jahreskapazität von 80.000 Tonnen solle abgestellt werden, sobald die neue Anlage in Ludwigshafen den Betrieb aufgenommen hat, hieß es. Betroffen wären dort 300 Arbeitsplätze, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Allerdings sei noch nicht klar, ob es dann auch zu Verlusten dieser Stellen komme. Aktuell prüfe der Konzern, ob in der Anlage alternative Produkte hergestellt werden könnten oder ob die Arbeitskräfte anderweitig beschäftigt werden.

TDI ist ein wichtiger Ausgangsstoff für Polyurethane. Es wird zu einem großen Teil in der Automobilindustrie (zum Beispiel für Sitzpolster und Innenverkleidungen) sowie in der Möbelindustrie (etwa für flexible Schäume für Matratzen, Polsterung oder Holzbeschichtungen) eingesetzt.

Mit der neuen Anlage werde BASF wegen der großen Produktionsmenge und hoher Effizienz zu den günstigsten TDI-Produzenten in Europa zählen, erklärte Wayne Smith, Leiter des Unternehmensbereichs Polyurethane. Die Anlage stärke die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts, erklärte der Ludwigshafener Werksleiter Bernhard Nick.

ak/dpa-afx/dapd/rtr

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