Freitag, 9. Dezember 2016

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Etihad vor Einstieg Air Berlin findet Investor

Hilfe in schwieriger Zeit: Abu Dhabis staatliche Fluglinie Etihad steht vor einem Einstieg bei Air Berlin

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft hat offenbar einen neuen Großinvestor gefunden. Noch in dieser Woche will Air Berlin den Einstieg der arabischen Fluglinie Etihad verkünden.

Hamburg - Geplant ist offenbar eine Minderheitsbeteiligung von Etihad an Air Berlin. Das erfuhr das manager magazin aus Branchenkreisen. Dabei würden voraussichtlich neue Aktien ausgegeben, um Air Berlin im Zuge einer Kapitalerhöhung mit frischem Geld auszustatten. Das Board von Air Berlin wird morgen zu einer Sitzung zusammenkommen, um über das Geschäft zu beraten.

Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn sucht schon seit Monaten nach einem Investor für die schwer angeschlagene Airline. Dabei traf er im November am Rande der Dubai Air Show unter anderem mit Etihad-Chef James Hogan zusammen.

Etihad, die staatliche Fluglinie des Emirats Abu Dhabi, war schon 2008 an einem Einstieg bei den Deutschen interessiert. Das Vorhaben hatte sich am Ende allerdings zerschlagen, angeblich aus Irritation über das deutsche Gewerkschaftswesen.

Der nun avisierte Einstieg von Etihad kommt Air Berlin gut zupass. Nach mehreren Verlustjahren in Folge ist das Unternehmen finanziell ausgezehrt. Auch in diesem Jahr zeichnen sich rote Zahlen ab: In den ersten neun Monaten hat die Gesellschaft einen Nettoverlust von 134 Millionen Euro eingeflogen.

Das frische Geld des Investors dürfte Air Berlin zumindest mehr Zeit bei der Sanierung verschaffen. Zudem verspricht eine Partnerschaft mit Etihad zusätzliches Geschäft, etwa bei Zubringerflügen nach Abu Dhabi. Air Berlin wollte zu dem Vorgang keine Stellung nehmen.

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