Montag, 17. Dezember 2018

Spartenverkauf an Remondis Umbau von ThyssenKrupp kommt voran

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger: Der ehemalige Siemens-Manager will die Technologiesparte ausbauen und sich auch von der Edelstahlsparte trennen

Der Stahl- und Industriegüterkonzern ThyssenKrupp kommt mit dem Umbau voran: Die Dienstleistungssparte Xervon wird an den Entsorger Remondis verkauft. Nach dem gescheiterten Verkauf der Werftensparte ist Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger nun doch einen Schritt weiter.

Essen - Mit Remondis sei ein Kaufvertrag für das Dienstleistungsgeschäft Xervon unterzeichnet worden, teilte ThyssenKrupp am Dienstag mit. Die Übernahme muss noch von den Aufsichtsräten und den Behörden genehmigt werden. Zum Preis machte ThyssenKrupp keine Angaben. Die Aktie von ThyssenKrupp Börsen-Chart zeigen gewann am Morgen knapp 2 Prozent auf 21,24 Euro.

Die Xervon-Gruppe mit Hauptsitz in Düsseldorf setzte im Geschäftsjahr 2009/2010 mit seinen mehr als 9000 Mitarbeitern 668 Millionen Euro um. Zwar stand Xervon schon seit geraumer Zeit auf der Verkaufsliste, doch nach dem jüngst gescheiterten Verkauf der Werftensparte ist Hiesinger mit der Neuausrichtung nun wieder einen Schritt weiter gekommen.

Mit dem Umbau will der ehemalige Siemens-Manager die Gewichte im Konzern verschieben und erreichen, dass ThyssenKrupp nicht mehr als reiner Stahlkonzern wahrgenommen wird. Dazu will Hiesinger die Technologiesparte ausbauen und sich von der traditionsreichen Edelstahlsparte trennen.

Die Dienstleistungssparte stand bei ThyssenKrupp bereits seit langem auf der Verkaufsliste. Bereits 2009 hatte das Unternehmen sich vom US-Gerüstbauer Safway und der Tochter TK Industrieservice getrennt. Den Verkaufsprozess von Xervon stoppte der Konzern aber wegen der Wirtschaftskrise. Seit dem vergangenen Oktober schaute sich ThyssenKrupp wieder nach einem Käufer um.

Der künftige Xervon-Eigner Remondis beschäftigt 19.000 Mitarbeiter in 28 Ländern und kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro. Xervon bietet technische Dienstleistungen für Industrieunternehmen an. Dazu gehört unter anderem das Errichten und Instandhalten von Anlagen, vornehmlich bei Kunden aus der Chemiebranche, der Energiewirtschaft und der Bauindustrie.

la/dpa-afx

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