Mittwoch, 14. November 2018

Schmiergeldskandal bei Siemens Neubürger kommt mit blauem Auge davon

Heinz-Joachim Neubürger: Gegen den ehemaligen Siemens-Finanzchef läuft noch eine Schadensersatzklage von Siemens
AFP/ Siemens
Heinz-Joachim Neubürger: Gegen den ehemaligen Siemens-Finanzchef läuft noch eine Schadensersatzklage von Siemens

Das Verfahren gegen Siemens-Ex-Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger wird offenbar eingestellt. Die Staatsanwaltschaft hatte Neubürgers Verwicklungen in den Schmiergeldskandal untersucht und will nun einem Medienbericht zufolge die Ermittlungen gegen Zahlung einer Geldauflage fallen lassen.

München - Heinz-Joachim Neubürger, der ehemalige Finanzchef von Siemens, müsse für die Einstellung des Ermittlungsverfahrens 400.000 Euro an gemeinnützige Organisationen spenden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft wollte dies nicht kommentieren.

Neubürger habe das Angebot der Anklagebehörde noch nicht angenommen, berichtet die Zeitung, wolle die Geldauflage aber erfüllen. Gegen ihn läuft derzeit ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung zugunsten von Siemens Börsen-Chart zeigen.

Die Staatsanwaltschaft würde im Fall Siemens dann nur noch ein Verfahren gegen ein früheres Vorstandsmitglied betreiben. Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um den früheren Zentralvorstand Uriel Sharef. Er ist angeklagt, weil er von schwarzen Kassen gewusst und an einer Schmiergeldzahlung in Südamerika mitgewirkt haben soll.

Im Mai hatte das Landgericht ein Verfahren gegen Ex-Vorstand Thomas Ganswindt gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 175.000 Euro eingestellt. Ganswindt hatte wie Sharef und Neubürger dem Zentralvorstand angehört. Gegen Neubürger und Ganswindt laufen noch Klagen von Siemens auf Schadensersatz in Millionenhöhe.

Bei Siemens sollen über Jahre hinweg rund 1,3 Milliarden Euro in dunkle Kanäle geflossen sein, um Aufträge im Ausland zu ergattern. Der größte Korruptionsskandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte hatte den Konzern rund 2,5 Milliarden Euro gekostet, etwa für Strafzahlungen sowie Anwalts- und Beraterkosten.

mg/dpa-afx

© manager magazin 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH