Samstag, 16. Februar 2019

Brasilien Umweltstrafe für ThyssenKrupp-Tochter

Strafzahlungen: Rund 7,5 Millionen Euro muss die ThyssenKrupp-Tochter zahlen

Die ThyssenKrupp-Tochter CSA ist in Brasilien wegen wiederholter Umweltvergehen mit Geldstrafen belegt worden. Außerdem muss das Stahlwerk des Unternehmens einer Umweltprüfung standhalten - die von einem Konkurrenten durchgeführt wird.

Sao Paulo - Neben der Strafe von 2,8 Millionen Reais (1,26 Millionen Euro) muss die brasilianische ThyssenKrupp-Tochter CSA eine Kompensation von 14 Millionen Reais (6,3 Millionen Euro) zahlen, mit der Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität der Anwohner finanziert werden sollen. Das verkündete der regionale Umweltminister des Bundesstaates Rio de Janeiro, Carlos Minc.

Mit den Kompensationszahlungen sollen unter anderem Drainagen zur Entwässerung gelegt, Straßen asphaltiert und eine Familienklinik errichtet werden. Zusätzlich muss das Stahlwerk eine Umweltprüfung über sich ergehen lassen, die vom Konkurrenten Uniminas durchgeführt wird. Zudem sollen Kameras installiert werden, deren Bilder direkt an die Umweltbehörde von Rio gehen.

"Das wird unser grünes Auge auf die CSA sein, damit wir nicht noch einmal aufgrund fehlender Information überrascht werden", sagte Minc, der von 2008 bis März 2010 Bundesumweltminister im Kabinett von Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva war.

Brasilianisches Stahlwerk ist größtes Projekt von ThyssenKrupp

Minc betonte, das Ergebnis der Umweltprüfung sei eine Bedingung für die noch ausstehende endgültige Betriebserlaubnis des Werkes, das im vorigen Sommer in Betrieb ging. Anwohner des benachbarten Ortes Santa Cruz hatten sich Ende Dezember erneut wegen Graphitstaubemissionen beschwert. Zu der Luftverschmutzung kam es, weil Roheisen in ein Abkühlbecken auf freiem Gelände gegossen werden musste. Ähnliche Probleme gab es bereits im Juli, worauf Rios staatliche Umweltbehörde (INEA) die CSA mit einer Geldbuße von 1,8 Millionen Reais (rd. 814.000 Euro) belegte.

Das Stahlwerk in Brasilien ist mit einem Investitionsvolumen von 5,2 Milliarden Euro das bisher größte Projekt des deutschen ThyssenKrupp-Konzerns Börsen-Chart zeigen. Im Vollbetrieb sollen jährlich fünf Millionen Tonnen Stahl produziert werden. Allerdings wurde das Werk infolge der Umweltverstöße zu einer 30-prozentigen Reduzierung der Leistung verpflichtet. An der CSA ist Brasiliens Eisenerzkonzern Vale mit 26,87 Prozent beteiligt.

mg/dpa-afx

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