Mittwoch, 25. Mai 2016

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Mega-Fusion auf dem Biermarkt ist offiziell AB InBev zahlt rund 100 Milliarden Euro für SABMiller

Bier für die Welt: Die größten Brauereien
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Die rund 100 Milliarden Euro schwere Übernahme des Biergiganten SABMiller durch den Konkurrenten AB Inbev ist so gut wie perfekt. Der weltgrößte Bierkonzern Anheuser Busch Inbev (Budweiser, Beck's) legte nun auch ein offizielles Gebot an die Aktionäre des Konkurrenten mit Marken wie Pilsner Urquell und Foster's vor. Demnach bietet der Brauriese wie erwartet 44 Pfund (62 Euro) je Aktie in bar für den Großteil der Anteile, wie beide Unternehmen am Mittwoch mitteilten.

Die beiden größten Aktionäre von SABMiller - der US-Tabakkonzern Altria sowie Bevco Ltd - sollen ihre Anteile gegen einen Mix aus speziellen AB-Inbev-Aktien und Bargeld abgeben.

Bei dem geplanten Deal im Umfang von knapp 70 Milliarden Pfund (rund 100 Milliarden Euro) handelt es sich um den bisher größten in der Braubranche. Beide Unternehmen hatten sich bereits auf grundsätzliche Punkte für eine Fusion geeinigt. Am Mittwoch lief die verlängerte Frist der britischen Behörden für die Vorlage einer offiziellen Übernahmeofferte aus. Die SABMiller-Aktie tendierte nach Bekanntgabe des offiziellen Angebotes 2,7 Prozent fester, das AB InBev-Papier kostete 0,7 Prozent mehr.

MillerCoors geht für 12 Milliarden Dollar an Molson

Die zwei größten Bierbrauer der Welt, Anheuser-Busch InBev und SABMiller, verzichten für ihre mehr als 100 Milliarden Dollar schwere Fusion auf die Beteiligung an dem US-Konzern MillerCoors. SABMillers 58-Prozent-Anteil werde für zwölf Milliarden Dollar an den Brauer Molson Coors verkauft, teilte Anheuser-Busch am Mittwoch mit. Voraussetzung sei, dass die geplante Übernahme des Branchenzweiten SABMiller auch vollzogen werde.

Mit dem Verkauf von MillerCoors dürften sich die US-Wettbewerbsaufseher womögich zufrieden geben. Experten schließen aber nicht aus, dass der fusionierte Konzern womöglich noch SABMillers 49-Prozent-Anteil an Chinas größtem Brauer CR Snow abstoßen muss, um auch dort grünes Licht für den Zusammenschluss zu bekommen. AB InBev ist in China mit einem 14-prozentigen Marktanteil bereits stark vertreten.

Angesichts des bevorstehenden Zusammenschlusses rechnen Branchenbeobachter mit einer weiteren Konsolidierung der Branche. Ähnlich wie bei der Pharmaindustrie setzten derartige Zusammenschlüsse die Konkurrenz unter Druck, bei Kosten und Distribution und Werbebudget gleichzuziehen, erklärte M&A Experte John Colley von der Warwick Business School in Coventry.

Carlsberg streicht 2000 Jobs

Die dänische Brauer Carlsberg kündigte unterdessen angesichts eines dreistelligen Millionenverlustes im dritten Quartal den Abbau von 2000 Stellen und eine Restrukturierung des Geschäftes in Russland und China an. Konzernchef Cees 't Haart begründete den Schritt damit, dass sich die Gruppe damit für die Herausforderungen der Zukunft wappne.

Der Anbieter von Marken wie Holsten, Astra und Tuborg hat seit längerem Probleme auf den wirtschaftlich angeschlagenen Schlüsselmärkten Russland und Ukraine, wo er in der Regel ein Viertel seines Betriebsergebnisses erzielt.

mit dpa und reuters

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