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27. Januar 2012, 13:22 Uhr

Übernahme

Ex-Kodak-Sparte wagt Milliardendeal

Ungleiche Entwicklung innerhalb einer großen Marke: Während der US-Fotokonzern Kodak um sein Überleben kämpft, schultert die vor fast zwei Jahrzehnten ausgegliederte Spezialchemiesparte des Kodak-Konzerns eine große Übernahme. Eastman Chemical schluckt den Rivalen Solutia.

Kingsport/St. Louis - Gegenläufiger könnten sich zwei Unternehmen kaum entwickeln, die einst zwei Geschäftsfelder des gleichen Konzerns waren. Die Fotofirma Kodak, die der Gruppe einst Glanz und Namen verlieh, hat vor wenigen Tagen Insolvenz anmelden müssen. Die ehemalige Spezialchemiesparte der Gesellschaft, die mittlerweile unter dem Namen Eastman Chemical selbständig ist, will dagegen kräftig wachsen - und hat dazu heute einen Milliardenzukauf angekündigt.

Eastman Chemical will seinen Rivalen Solutia für insgesamt 4,7 Milliarden Dollar samt Schulden schlucken; das sind umgerechnet 3,6 Milliarden Euro. Eastman stärke mit dem Zukauf sein Geschäft in den Schwellenländern Asiens, erklärte Konzernchef Jim Rogers am Freitag.

Kodak-Gründer George Eastman hatte nach dem ersten Weltkrieg eine eigene Chemieproduktion aufgezogen, um der Knappheit an Rohmaterial für seine Fotofirma zu begegnen. 1994 spaltete der Kodak-Konzern seine Chemiesparte als eigenständiges Unternehmen ab.

Kodak selbst litt in den Folgejahren unter dem Wandel zur Digitalfotografie und häufte hohe Verluste an, was vor gut einer Woche in die Insolvenz führte. Nun versucht Eastman Kodak - wie das Unternehmen bis heute vollständig heißt - den Neustart.

Ganz anders dagegen Eastman Chemical: Im vergangenen Jahr konnte der Spezialchemiehersteller seinen Gewinn um 59 Prozent auf 696 Millionen Dollar steigern. Das erlaubt offenbar Zukäufe wie den von Solutia. Die beiden Firmen sind sich über das Geschäft einig, nun steht noch die Zustimmung der Wettbewerbshüter und der Solutia-Aktionäre aus. Ihnen wird die Übernahme mit einem Aufschlag von 42 Prozent schmackhaft gemacht. Sie sollen damit 27,65 Dollar pro Aktie erhalten.

kst/dpa


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