München - Die Verspätungen bei der Auslieferung der neuen ICE-Züge haben nun auch personelle Konsequenzen. Der Chef der Siemens-Sparte Hochgeschwindigkeits- und Regionalzüge, Ansgar Brockmeyer, muss seinen Posten räumen. Das sagte ein Siemens-Sprecher am Mittwochabend und bestätigte damit Informationen des "Handelsblatt". Sein Nachfolger wird zum 1. Februar Jürgen Wilder, derzeit Strategiechef des neuen Infrastruktur- und Städtesektors. Brockmeyer soll eine andere Aufgabe im Konzern übernehmen.
Siemens-Chef Peter Löscher will damit angesichts der Verzögerungen bei der ICE-Auslieferung auch personell durchgreifen, wie es aus Unternehmenskreisen hieß. Siemens
hatte Ende November erklärt, dass acht neue ICE 3 des Typs Velaro wegen Software-Problemen nicht wie geplant eingesetzt werden können und dafür scharfe Kritik von der Bahn geerntet. Die verspätete Auslieferung kostete den Konzern 116 Millionen Euro.
An diesem Donnerstag sollen die Probleme bei der Zulassung laut der Zeitung bei einem Spitzentreffen von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), Bahn-Chef Rüdiger Grube, EBA-Chef Gerald Hörster und Vertretern der Bahnindustrie erörtert werden. Die Runde solle Entscheidungen treffen zur Beschleunigung und Vereinfachung der Zulassungsverfahren.
Positive Nachrichten für Siemens in Sachen Züge kommen derweil für Siemens aus einem Nachbarland: Die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) will 100 Regionalzüge für 550 Millionen Euro bestellen, wie das Unternehmen mitteilte. Siemens hatte im April 2010 den Zuschlag bei der europaweiten Ausschreibung erhalten. Die dreiteiligen elektrischen Triebfahrzeuge sollen von Ende 2015 an ausgeliefert werden.
kst/rtr
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