Düsseldorf - Einige Aufsichtsräte der Kapitalseite drängten den seit 2001 als Vorsitzenden des Kontrollgremiums amtierenden Gerhard Cromme dazu, Platz zu machen für eine Person, die nicht von der Vergangenheit des Mischkonzerns belastet sei, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Es müsse einen "Neuanfang" geben, zitierte das Blatt einen der Aufsichtsräte. Eine Ablösung Crommes böte die Chance dazu. Ein ThyssenKrupp-Sprecher wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.
Der Personalausschuss von ThyssenKrupp
hatte zuvor dem Aufsichtsrat empfohlen, sich von den drei Vorständen Olaf Berlien, Jürgen Claassen und Edwin Eichler bis zum Jahresende zu trennen. Die endgültige Entscheidung fällt am kommenden Montag im Aufsichtsrat des Konzerns. Hintergrund der Personalentscheidung sind drohende Milliardenverluste beim Stahlgeschäft in Übersee und sich häufende Berichte über unsaubere Geschäftspraktiken in gleich mehreren Sparten des Konzerns.
Die Entscheidung kommt ThyssenKrupp wohl teuer zu stehen. Die drei Vorstände werden zusammen zwischen elf und zwölf Millionen Euro Abfindung kassieren, berichtet das "Handelsblatt". Dabei profitiere der Konzern allerdings davon, dass die erst vor kurzem um fünf Jahre verlängerten Verträge mit Berlien und Eichler geändert worden waren. Sonst hätten die Zahlungen bei knapp 20 Millionen Euro gelegen, schreibt die Zeitung. Denn seit 2009 werden bei ThyssenKrupp die Abfindungen auf zwei Jahresvergütungen begrenzt.
mg/dpa-afx
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