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23.02.2012
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Dank Krisenmaßnahmen

Chemiebranche im Stimmungshoch

Von Kristian Klooß

BASF-Werk Ludwigshafen: Deutsche Chemiebranche weiter optimistisch
DPA

BASF-Werk Ludwigshafen: Deutsche Chemiebranche weiter optimistisch

Euro-Krise, Ölpreis, Abschwung? An Deutschlands Chemieunternehmen perlen diese Stichworte laut einer Umfrage ab. Ein wesentlicher Grund: Die Branche hat aus der letzten Krise 2008 gelernt.

Hamburg - Die deutsche Chemiebranche ist so optimistisch ins Jahr gestartet wie lange nicht. 95 Prozent von 300 befragten Managern bezeichnen die Standortbedingungen als gut oder sehr gut. Das geht aus dem aktuellen CHEMonitor hervor, der auf einer Umfrage des Beratungsunterehmens Camelot Management Consultants basiert und manager magazin Online exklusiv vorliegt.

Damit ist die Stimmung in der Branche optimistischer als die Einschätzungen des Chemieverbands VCI, der im Dezember mit Verweis auf die ungelösten Schuldenkrisen in der Europäische Union und den USA eine deutliche Verlangsamung des Wachstumstempos in der chemischen Industrie zu Jahresbeginn prognostiziert hatte.

"Die Zukunftserwartungen der Branche fallen überraschenderweise sogar noch positiver aus, als es der Ausblick in unserer letzten Umfrage erwarten ließ" sagt Sven Mandewirth, Leiter des Kompetenzzentrums Chemicals bei Camelot Management Consultants. Ende letzten Jahres rechneten die Chemie-Entscheider noch mit einer leichten Abkühlung auf hohem Niveau, jetzt bewerteten sogar 95 Prozent der Befragten die Lage als gut.

Diese Einschätzung passe zwar zum allgemeinen Konjunkturausblick, allerdings habe die Chemieindustrie anscheinend besonderen Grund zum Optimismus. Denn auch der Ausblick sei positiv. "Fast drei Viertel der Befragten glauben, dass die Bedingungen gleich gut bleiben", sagt Mandewirth. Tendenziell seien die größeren Unternehmen allerdings etwas weniger optimistisch.

Krisenmaßnahmen von 2008 wirken nach

Als größte Herausforderung betrachten mehr als die Hälfte von ihnen derzeit die Konjunkturschwankungen. Wobei sich die Unternehmen für diese Volatilitäten allerdings inzwischen als exzellent gerüstet erachten. "Sie profitieren jetzt von den Maßnahmen, die seit der letzten Krise getroffen haben", sagt Mandewirth.

Um nach den Erfahrungen von 2008 besser gegen die erhöhte Volatilität gerüstet zu sein, hätten die Unternehmen ein Bündel an Maßnahmen ergriffen. So hätte knapp die Hälfte von ihnen ihre Organisationen und Prozesse optimiert, um schneller auf Konjunkturschwankungen reagieren zu können. Zu den Veränderungen gehörten beispielsweise die Einführung einer Prozess-Governance, die den Rahmen für eine kontinuierliche Prozessverbesserung vorgibt. Vielfach sei auch eine funktions-, standort- und organisationsübergreifende Integration von Prozessketten und der unterstützenden Systeme vorgenomen worden", sagt Mandewirth.

Für finanzielle Sicherheit hingegen sorgt laut Umfrage bei den großen Unternehmen eine verbesserte Kontrolle des Working Capitals und bei den mittleren bis kleinen tendenziell eine höhere Liquidität. "Hier ist beispielsweise die Auflösung überdimensionierter Lagerbestände zu nennen", sagt Mandewirth. Auch die Identifikation "unsichtbarer Lagerbestände" zwischen den verschiedenen Fertigungsstufen habe seit 2008 zu einer Optimierung beigetragen.

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