Von Cornelia Knust
München - Erleichterung macht sich breit unter den Infineon-Aktionären nach dem Studium der heutigen Quartalszahlen (1.10 bis 31.12.2011). Der Vorstand hat die im November veröffentlichten Umsatz- und Ergebnisprognosen eingehalten, der befürchtete Einbruch im Automobilgeschäft ist ausgeblieben, und an den Erwartungen für das gesamte Geschäftsjahr hat sich erstmal nichts geändert.
Der Infineon
-Kurs legte um 5 Prozent zu, Analysten setzen ihre Kursziele herauf (so Chevreux auf 7,35 Euro) oder zumindest nicht herunter (Commerzbank, 7 Euro), was im ultra-nervösen Halbleitergeschäft ja schon viel heißt.
Auch für Konjunkturforscher dürfte heute ein guter Tag sein, zeigt doch der Halbleitermarkt sehr früh an, wie die Investitions- und Konsumgüterindustrie gestimmt ist, weil in vielen Produkten heute Chips verbaut sind. Ein Nachlassen der Autokonjuktur und hier vor allem der Premiumfahrzeuge, wo besonders viele Chips zum Einsatz kommen, ist für das Unternehmen nicht in Sicht.
Zwar hätte sich mancher Infineon-Beobachter vielleicht einen etwas optimistischeren Ausblick auf das zweite Geschäftsquartal bis Ende März gewünscht, das in der Halbleiterbranche traditionell ein starkes ist. Doch immerhin sollen Umsatz und Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen bis Frühjahr stabil bleiben oder nur leicht sinken, wie es im Quartalsbericht heißt.
Investitionspläne unverändert
Danach, also in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres, soll es wieder aufwärts gehen. Vorstandschef Peter Bauer bestätigte heute in einer Telefonkonferenz die Jahresprognose (5 Prozent Umsatzrückgang ausgehend von zuletzt 4 Milliarden Euro und eine Gewinnmarge von 11 bis 15 Prozent).
An den Investitionsplänen (900 Millionen Euro in diesem Jahr) rüttelte Bauer ebenso wenig. Infineon baut gerade kräftig Kapazitäten aus, um in der nächsten Aufschwungphase vorbereitet zu sein und Marktanteile zu gewinnen. Der Stamm der Mitarbeiter (derzeit 26.000) wird weiter aufgebaut.
Der lange krisengeschüttelte Chiphersteller produziert keine Speicherchips mehr und hat sich auch vom Geschäft mit Chips für Mobiltelefone per Verkauf an den Wettbewerber Intel getrennt. Die Konzentration auf drei Geschäftsbereiche Auto, Industrie und Chipkarten, wobei die Industriesparte jetzt noch einmal aufgeteilt wurde, soll die frühere Siemens
-Tochter in eine Zukunft abseits des Massengeschäfts führen und damit in ruhigeres Fahrwasser.
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