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26.01.2012
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Geplante Übernahme

Illumina mischt Giftpille gegen Roche

Roche-Standort in Kaiseraugst: Der Konzern hat bei Übernahmen einen langen Atem
REUTERS

Roche-Standort in Kaiseraugst: Der Konzern hat bei Übernahmen einen langen Atem

Die geplante Übernahme des US-Konzerns Illumina durch den Schweizer Pharmariesen Roche trifft auf Widerstand. Die Amerikaner wollen zumindest den Preis treiben, sollte sich kein "weißer Ritter" finden.

San Diego/Zürich - Der amerikanische Gentechnikkonzern Illumina hat eine Giftpille gegen das Übernahmeangebot des Schweizer Pharmariesen Roche angemischt. Illumnia will nach Angaben vom Donnerstag neue Aktien ausgeben, wenn ein Investor direkt oder indirekt mindestens 15 Prozent an der Firma hält.

Vollzogen werden soll die Aktienemission über als Dividende ausgegebene Bezugsrechte auf Vorzugsaktien, die diejenigen Aktionäre erhalten sollen, die am 6. Februar bei der Firma gemeldet sind. Investoren, die die Aktien nicht direkt, sondern über einen Dritten halten, sollen keine neuen Aktien erwerben können.

Mit einem solchen Vorgehen kann der Preis für eine Firmenübernahme nach oben getrieben werden. Der Illumina-Verwaltungsrat müsse allerdings sicherstellen, dass er seine die Aktionäre fair behandelt würden und genug Zeit hätten, um ein Übernahmeangebot zu prüfen, erklärte Konzernchef Jay Flatley in einer Mitteilung. Es gelte, einer erzwungenen und anderweitig unfairen Übernahme einen Riegel vorzuschieben. Die Einzelheiten seines Planes, etwa den Bezugspreis neuer Aktien, ließ der Konzern offen.

Roche hält bislang kaum Illumina-Aktien

Roche besitzt bisher nach eigenen Angaben nur wenige Illumina-Aktien. Roche will Illumina für 5,7 Milliarden Dollar übernehmen und damit sein Diagnostikgeschäft ausbauen. Vor allem soll die sogenannte personalisierte Medizin gestärkt werden, der nach Ansicht von Roche-Chef Severin Schwan die Zukunft gehört. Es geht dabei darum, Medikamente herzustellen, die auf einzelne Patientengruppen zugeschnitten sind. Eine von Illumina entwickelte Technik zur Analyse des menschlichen Erbguts soll da eine wichtige Rolle spielen.

Bislang sind die Schweizer bereit den Illumina-Aktionären 44,50 Dollar je Aktie zu zahlen. Das formelle Angebot soll in der nächsten Woche vorgelegt werden. Dass das Angebot reichen wird, wird von Anlegern bezweifelt. Am Donnerstag wurde die Aktie an der amerikanischen Börse bei 54 Dollar gehandelt, nachdem sie am Mittwoch bei 55 Dollar geschlossen hatte. Die Analysten der Schweizer Großbank UBS erhöhte am Donnerstag das Kursziel für die Aktie auf 55 Dollar von bisher 32 Dollar.

Roches Übernahmen von Ventana und Genentec liefen ähnlich

Roche dürfte sich aber weder von dem höheren Aktienkurs noch von Giftpillen abschrecken lassen. Die Schweizer haben in solchen Fällen einen langem Atem. Das zeigen die Übernahmepoker, die um die amerikanische Diagnostikfirma Ventana wie auch bei der Vollübernahme von Genentech abliefen.

Bei Ventana war Konzern-Chef Schwan war damals Chef der Diagnostik-Sparte - dauerte es sieben Monate bis Roche 2008 schließlich Erfolg hatte und sich die Firma einverleiben konnte.

Genentech wurde 2009 nach einem achtmonatigen Hin und Her voll übernommen. In beiden Fällen hatte Roche beim Preis zum Schluss nachgebessert, bei Ventana sogar um 19 Prozent.

Bei Illumina könnte Schwan noch tiefer in die Tasche greifen müssen: Analysten der britischen Großbank Barclays hielten einen Preis von 60 bis 65 Dollar je Aktie für möglich. Dies sogar dann, wenn es den Amerikanern nicht gelinge, einen "weißen Ritter" zu finden.

krk/dpa

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