Samstag, 19. Januar 2019

Angriff auf die nächste Bastion Wie Amazon den Einzelhandel knacken will

Amazons Laden-Offensive: Whole-Foods, Amazon Go und Amazon 4-star-Läden
AFP; Getty Images
Amazons Laden-Offensive: Whole-Foods, Amazon Go und Amazon 4-star-Läden

Mit einem Börsenwert von 797 Milliarden Dollar hat der Online-Händler Amazon Börsen-Chart zeigen gerade Microsoft Börsen-Chart zeigen als das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt abgelöst. Und auch für Amazon-Chef Jeff Bezos selbst läuft es momentan sehr gut. Mit einem Vermögen von mehr als 123 Milliarden Dollar ist er mittlerweile der reichste Mann der Welt. Ein Vermögen, das sich stündlich um 4,5 Millionen erhöht, wie kürzlich die Wirtschaftsseite "Businessinsider" ausgerechnet hat. Doch Bezos wäre nicht Bezos, wenn sich der US-Manager auf dem Erreichten ausruhen und nicht weiter am Siegeszug seiner Unternehmens arbeiten würde.

Eine Branche nach der anderen hatte sich Bezos in der Vergangenheit vorgenommen, um sie zu "amazonisieren". Bezos größte Herausforderung dabei: Die noch immer existierende Dominanz des stationären Handels. "90 Prozent aller Transaktionen finden offline statt", formulierte es kürzlich Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber in einem Interview. Es bringe daher nichts, sich auf die zehn Prozent zu konzentrieren, die online einkauften.

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Entsprechend verstärkt Amazon, wie übriges seine internationalen Wettbewerber auch, aktuell massiv seine Bemühungen im stationären Handel. Und plant offenbar nicht nur den Ausbau des Filialnetzes der 2017 gekauften Supermarktkette Whole Foods. Sondern treibt auch die Eröffnung zahlreicher neuer Filialen seiner teilautomatisierten Amazon Go und seiner 4-Stars-Kaufhäuser voran.

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Bild: AP

Ein Vorhaben, das angesichts hoher Technikkosten wie für Kameras, Sensortechnik und kassenlose Bezahlsysteme erst einmal sehr teuer werden dürfte. Das sich Experten zufolge für Amazon jedoch nicht nur aufgrund der technischen Erfahrungen lohnen dürfte.

So schätzen Marktforscher des Analysehauses RBC Capital Markets aufgrund von Daten aus eigenen Testkäufen und erhobenen Besucherzahlen, dass Amazon-Go-Läden 50 Prozent mehr Umsatz erwirtschaften als durchschnittliche Läden. Die Marktforscher kommen damit auch einen hochgerechneten Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr. Bei einem angeblich geplanten Ausbau auf bis zu 3000 kassenlose Filialen bis 2021 käme so ein Umsatz von 4,5 Milliarden Dollar jährlich zusammen, rechnen die Marktforscher vor.

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