Sonntag, 9. Dezember 2018

Hohe Abschreibungen Vodafone mit Milliardenverlust

Konzern will bis 2021 rund 1,2 Milliarden Euro einsparen

Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone Börsen-Chart zeigen hat im ersten Geschäftshalbjahr wegen teurer Abschreibungen einen Milliardenverlust verbucht. In den ersten sechs Monaten des im April gestarteten Geschäftsjahrs 2018/19 fuhr das Unternehmen einen Fehlbetrag von 7,8 Milliarden Euro ein, teilte Vodafone am Dienstag in London mit.

In die roten Zahlen rissen den Konzern 3,5 Milliarden Euro Abschreibungen auf die Geschäfte unter anderem in Spanien und Rumänien sowie in ähnlicher Höhe die Fusion des indischen Geschäfts mit einem Konkurrenten. Ein Jahr zuvor hatte Vodafone noch 1,2 Milliarden Euro Gewinn geschrieben. Insgesamt ging der Erlös im ersten Halbjahr um 5,5 Prozent auf 21,8 Milliarden Euro zurück, vor allem weil das indische Geschäft nicht mehr einbezogen wurde.

Der wichtigste Einzelmarkt der Briten ist Deutschland, hier lief das Geschäft besser. Die Umsätze stiegen in dem ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs um 2 Prozent auf rund 5,2 Milliarden Euro. Vor allem das Geschäft mit Internet über Kabel zog an. Erfreulich aus Konzernsicht: Das Unternehmen wirtschaftet hierzulande profitabler als zuvor.

Vodafone gehört neben der Deutschen Telekom und Telefónica/O2 zu den drei großen Netzbetreibern in Deutschland. Ein wichtiges Zukunftsthema in der Branche ist der neue Mobilfunkstandard 5G. Für den Ausbau der ultraschnellen Datenübertragung wird auch Vodafone Milliardenkosten stemmen müssen. Unlängst hatte die Firma den Kabelnetzbetreiber Unitymedia übernommen, wodurch die Marktposition beim stationären Internet deutlich verbessert wurde. Allerdings fehlt noch das grüne Licht des Bundeskartellamts für den Deal.

Der neue CEO von Vodafone, Nick Read, kündigte an, die operativen Kosten bis 2021 um 1,2 Milliarden zu reduzieren. "Meine neuen strategischen Prioritäten konzentrieren sich auf die radikale Vereinfachung des Betriebsmodells sowie die Erzielung besserer Erträge aus den Infrastrukturanlagen, so der Konzernchef. Die Dividende will Read einfrieren.

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An der Börse kamen die Pläne von Read gut an. Die Aktie kletterte zum Handelsstart in London um 7 Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier gut 39 Prozent an Wert verloren. Anleger verunsicherte unter anderem die Bekanntgabe der Briten, in Deutschland und weiteren Ländern die Kabelaktivitäten von Liberty Global kaufen zu wollen. Viele erachten die angebotenen 21,8 Milliarden Dollar als zu teuer.

dpa/rtr/akn

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