Mittwoch, 15. August 2018

Konsequenz aus Insolvenz Toys 'R' Us schließt jede fünfte US-Filiale

Filiale des Spielzeughändlers Toys R Us auf dem Times Square in New York

Ende September vergangenen Jahres hatte Toys 'R' Us Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Nun will sich die größte US-Spielzeugkette nach der Insolvenz durch die Schließung jeder fünften Filiale in den USA neu aufstellen. Bis Mitte April würden 180 US-Läden dicht gemacht, teilte Firmenchef David Brandon mit. Dagegen werde in die verbleibenden Geschäfte investiert und die Mitarbeiter bekämen mehr Geld. Dafür stünden mehr als 400 Millionen Dollar zur Verfügung.

Das Online-Geschäft solle ausgebaut werden. Der Spielzeugkette war kurz vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft das Geld ausgegangen. Vor allem die Marktmacht von Amazon hatte dem Fachhändler zugesetzt. Auch andere viele andere US-Handelsketten Ketten wir Payless, Gymboree oder Perfumania hatten aufgegeben müssen.

Im Rahmen des Insolvenzverfahrens will Toys 'R' Us zusammen mit Kreditgebern und Gläubigern die langfristigen Verbindlichkeiten von fünf Milliarden Dollar in der Bilanz umschulden.

Allerdings ächzt Toys 'R' Us bereits seit 2005 unter einer enormen Schuldenlast, die Finanzinvestoren wie Bain Capital und KKR im Zuge einer 7,5 Milliarden Dollar schweren, mit Krediten finanzierten Übernahme auf dem Unternehmen abgeladen hatten. Seitdem hatte die Handelskette vergeblich versucht, dem tiefen Schuldenloch zu entrinnen. Toys 'R' Us hat seit seit mehr als vier Jahren keinen Gewinn mehr ausgewiesen.

Nach Beantragung des Gläubigerschutzes in den USA waren die Geschäfte weiter gelaufen. Die Geschäfte des Händlers außerhalb der USA und Kanada sind nicht Teil des Insolvenzverfahrens. Der Konzern hat weltweit 64.000 Angestellte und 1600 Filialen.

rei mit Reuters

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