Freitag, 1. Juli 2016

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Wegen Boni in Millionenhöhe Anklage gegen Middelhoff und frühere Arcandor-Aufsichtsräte

Der Slogan war da: Der damalige Vorstandsvorsitzende des Karstadt-Konzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, auf der Bilanzpressekonferenz am 15. Dezember 2008.

Thomas Middelhoff, dem früheren Chef des Handelskonzerns Arcandor (Karstadt, Quelle, Thomas Cook), steht möglicherweise ein weiterer Strafprozess bevor. Nach Informationen von manager-magazin.de hat die Staatsanwaltschaft Bochum Klage gegen den 62-Jährigen sowie fünf weitere Ex-Vorstände und neun frühere Aufsichtsräte beim Landgericht Essen eingereicht. Der Vorwurf: Untreue in besonders schwerem Fall und Beihilfe hierzu.

Ob es zu dem Promi-Prozess kommt, muss nun das Landgericht entscheiden. Derzeit prüft man bei der Behörde, ob die Klage zugelassen wird - das bestätigte das Landgericht auf Anfrage gegenüber manager-magazin.de. Die Angeklagten beteuern ihre Unschuld.

Nach jahrelangen Ermittlungen sehen es die Fahnder als erwiesen an, dass Boni und Abfindungen in Höhe von 8,82 Millionen Euro angesichts der drohenden Arcandor-Pleite ungerechtfertigt gewesen seien. Im Juni 2009 hat der Konzern Insolvenz angemeldet.

In ihrer 633 Seiten starken Anklage beschäftigen sich die Bochumer Staatsanwälte intensiv mit der Rolle des einstigen Arcandor-Aufsichtsrats. Neun Ex-Kontrolleuren, darunter die früheren Aufsichtsratsvorsitzende Hero Brahms und Friedrich Carl Janssen, werfen sie Untreue vor, weil sie Arcandor-Managern zwischen August 2006 und März 2009 ungerechtfertigt hohe Prämien gewährt hätten. Leo Herl, Aufsichtsratsmitglied und Ehemann der Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz, droht ebenfalls der Strafprozess - genauso wie vier Arbeitnehmervertretern.

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