Dienstag, 25. April 2017

Karl-Erivan Haub Tengelmann-Miteigentümer im Verfolgungsrausch

Karl-Erivan Haub: Der Geschäftsführer der Tengelmann-Gruppe setzte Detektive auf verschiedene Personen an

Karl-Erivan Haub ließ ehemalige Geschäftspartner, frühere Angestellte, seine Nachbarn und seinen Bruder überwachen.

Karl-Erivan Haub, Geschäftsführer und Miteigentümer der Mülheimer Tengelmann Warenhandelsgesellschaft, hat über viele Jahre hinweg Teile seines privaten und geschäftlichen Umfelds ausspionieren lassen. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstermin: 16. Dezember). Im Mittelpunkt der Ausforschungen stand danach Karl-Erivans Bruder Georg Haub.

Georg Haub soll seit Langem immer wieder von psychischen Leiden geplagt sein. In solchen Phasen soll er möglicherweise leicht beeinflussbar sein - was bei ihm besonders prekär sein könnte. Der Grund: Einer seiner engsten Berater hatte zumindest in der Vergangenheit Verbindungen zu russischen Geschäftsleuten, die möglicherweise der Mafia nahestehen.

Daher war Karl-Erivan Haub alarmiert, als sein Bruder vor ein paar Jahren forderte, die Familie möge ihm seinen Anteil an Tengelmann auszahlen. Georg Haub steht rund ein Drittel des Handelsimperiums zu - diesen Aderlass hätte die Gruppe vermutlich nicht überlebt. Zum Tengelmann-Konzern gehören unter anderem Anteile der Baumarktkette Obi und der Bekleidungsdiscounter Kik. Zuletzt hat Haub die Kaiser's-Tengelmann-Märkte verkauft.

Inzwischen habe sich Georg, so berichten Eingeweihte, damit zufriedengegeben, dass man ihm etwa 50 Millionen Euro ausgezahlt habe, mit denen er privat investieren kann. Zudem habe die Familie eine Vereinbarung getroffen, dass das Kapital der Firma nicht angetastet werden darf.

Neben seinem Bruder setzte Karl-Erivan Haub die Detektive auch auf diverse andere Personen an. So geht aus Ermittlungsberichten der Hannoveraner Sicherheitsfirma Adato hervor, dass Tengelmann einen ehemaligen Franchiser der Heimwerkermarke Obi und zwei frühere Angestellte der Lebensmitteleinzelhandelskette Plus beobachten ließ.

Zudem sicherte sich Karl-Erivan Haub auf ungewöhnliche Weise an seinem Kölner Wohnort ab: Agenten forschten Haubs Nachbarn aus, ermittelten Telefonnummern, Berufe, Einkommensverhältnisse und sogar Rentenversicherungsnummern. Karl-Erivan Haub lehnte eine Stellungnahme zu den Vorgängen ab.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der Januar-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen.
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