Sonntag, 18. November 2018

"Supreme" verkaufte schon Ziegelsteine Trendmarke wirbt auf New Yorker Zeitung - Fans kaufen Kioske leer

"Supreme"-Anzeige auf dem Titel der "New York Post"
New York Post / Instagram
"Supreme"-Anzeige auf dem Titel der "New York Post"

Der "New York Post" will es natürlich schon vorher klar gewesen sein. "Wir wussten, dass das hier ein Sammlerstück werden würde", sagte Herausgeber Jesse Angelo am Montag der "New York Times". "Supreme ist so eine coole Marke", die Post sei eine ähnlich coole Zeitung, natürlich fliege sie geradezu aus den Regalen.

Angelo habe Recht, befindet die "Times", zumindest was die Verkaufszahlen angehe: Bereits am Montagmorgen um 7.15 Uhr Ostküstenzeit sei die Ausgabe am Busbahnhof am Times Square ausverkauft gewesen. Ein Kiosk-Angestellter an der 42nd Street, ein paar Blocks weiter südlich, berichtete der Zeitung von einem jungen Mann, der am frühen Morgen alle 50 Blätter des Kiosks auf einen Schlag gekauft habe - für jeweils einen Dollar.

Der junge Mann dürfte einen guten Schnitt gemacht haben: Aktuell werden bei Ebay bis zu 20 Dollar pro Ausgabe aufgerufen. Laut dem Bericht seien die ersten Ausgaben dort bereits am Montagmorgen um 9.30 Uhr aufgetaucht, für 12 Dollar pro Stück. Alles nur wegen der Titelseiten-Anzeige der Trendmarke Supreme.

Ziegelsteine und Schnaps-Tüten - ein Supreme-Logo verkauft alles

Die Marke habe ihr auffälliges rotes Logo bereits in Ziegelsteine gebrannt und auf "Papptüten für Schnaps, Brechstangen und Feuerlöscher" gedruckt, zitiert die "NYT" einen Redakteur des Lifestyle-Blogs Highsnobiety: "Klatsch' ein Supreme-Logo drauf und es wird aus den Regalen fliegen, egal, was es ist."

Auch den Verkauf ihrer Kleidung hat die Marke zu regelrechten Kultveranstaltungen gemacht. In einem älteren Artikel spricht die "Times" von einer "hochgradig fesselnden Mischung aus Stammesritus und Straßentheater". Zu den sogenannten "Drops", dem punktuellen Verkauf limitierter neuer Ware, bildeten sich in New York, London, Berlin oder Tokio lange Schlangen vor den Shops. Eigentlich gehe es dabei aber gar nicht primär um die Ware, sondern viel mehr darum, Teil des Erlebnisses zu sein.

Für andere geht es eher um die Wiederverkaufserlöse, mit denen dann der eigene Lebenswandel finanziert wird: "Ich mag Supreme", sagte ein Jugendlicher der "NYT", "aber sie könnten auch Old Navy [eine Marke für Familien, Anmerkung der Redaktion] sein, solange sie mir helfen, die Miete zu zahlen."

Supreme-Gründer James Jebbia war erst im Juni vom Rat der amerikanischen Modedesigner (CFDA) als Herrenmode-Designer des Jahres ausgezeichnet worden. Im Oktober 2017 hatte er einen Teil der Marke an das Investment-Unternehmen Carlyle Group verkauft - laut Bericht eines Branchenmediums soll er für 50 Prozent 500 Millionen Dollar bekommen haben.

luk

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