Samstag, 21. April 2018

Krisentreffen am 19. Dezember Hält die EZB Steinhoff am Leben?

Steinhoff am Abgrund: Aufstieg und Fall des Möbel-Giganten aus dem Ammerland
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Poco

Der Aufsichtsratschef des kriselnden Möbelhändlers Steinhoff , Christo Wiese, verhandelt offenbar mit Banken über ein Stillhalteabkommen bei einem Milliardendarlehen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag über Berufung auf informierte Personen. Dabei handelt es sich um einen Kredit über 1,5 Milliarden Euro. Wiese hatte im vergangenen Jahr 628 Millionen Aktien als Sicherheit hinterlegt, um sich bei den Banken Citigroup , HSBC und Nomura Geld für die Übernahme des US-Matrazenherstellers Mattress zu leihen.

Das Stillhalteabkommen soll zum Ziel haben, dass die Banken die Aktien nicht verkaufen. Wie es weiter hieß, prüfen die Geldinstitute derzeit, die Veröffentlichung des Jahresabschlusses abzuwarten. Eine Vereinbarung über ein Stillhalteabkommen könnte noch in dieser Woche erzielt werden. Die Aktien, die vergangene Woche binnen weniger Tage um fast 90 Prozent eingebrochen waren, konnten sich am Montagvormittag etwas erholen und lagen knapp 20 Prozent im Plus.

Gläubiger stehen bei Steinhoff mit Milliarden im Risiko

Steinhoff plant ein Krisentreffen mit den Gläubigern am 19. Dezember. Für die Gespräche mit den Banken und das Liquiditätsmanagement hat sich der wankende Möbelriese Berater an Bord geholt, wie das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung am Sonntagabend mitteilte. Dabei handelt es sich um die Investmentbank Moelis und die Management- und Strategieberatungsfirma AlixPartners.

Banken und andere Kreditgeber stehen bei der Poco-Mutter Steinhoff mit Milliarden im Risiko. Nach den letzten verfügbaren Daten aus dem Halbjahresbericht per Ende März liegen die langfristigen Verbindlichkeiten bei 12,1 Milliarden und die kurzfristigen Schulden bei rund 5,9 Milliarden Euro. Die Veröffentlichung der Zahlen des Ende September geendeten Geschäftsjahres hatte Steinhoff bis auf Weiteres verschoben.

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