Dienstag, 23. Januar 2018

Bilanzskandal des Ikea-Rivalen Steinhoff zweifelt auch an Bilanzen vor 2016

Zentrale der Steinhoff-Tochter Poco in Bergkamen

Der Bilanzskandal beim Poco-Mutterkonzern Steinhoff weitet sich aus. Nach den Bilanzen 2016 und 2017 stellt der weltweit zweitgrößte Möbelkonzern hinter Ikea nun auch den Abschluss 2015 neu auf, wie Steinhoff am Dienstag mitteilte. Zudem sollen vorsichtshalber auch die Jahre davor nochmals in Augenschein genommen werden.

Nach wie vor ist das Ausmaß der Unregelmäßigkeiten unklar. Die Ratingagentur Moody's hatte Ende des Jahres Zweifel an der Finanzkraft des Konzerns geäußert und die Bonität um drei Stufen auf "Caa1" gesenkt. Die Bonitätswächter prüfen zudem eine weitere Herabstufung.

Gegen Steinhoff laufen in Deutschland bereits seit zwei Jahren Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschungen. Im Spätsommer hatte das manager magazin die Existenz zahlreicher Schattenfirmen aufgedeckt und berichtet, dass sich die Ermittlungen auch gegen den damaligen CEO Markus Jooste richteten. Jooste ist inzwischen zurückgetreten.

Wegen der Vorwürfe hatte der Möbelkonzern zuletzt die Veröffentlichung von Geschäftszahlen verschoben und seine Bilanz 2016 mit der Begründung zurückgezogen, dass die Zahlen nicht mehr zuverlässig seien. Laut der bisherigen Bilanz 2016 steht Steinhoff mit über 16 Milliarden Euro bei Banken in der Kreide.

Im Nebenwerteindex MDax waren die Papiere von Steinhoff mit einem Plus von knapp zehn Prozent auf 0,35 Euro die größten Gewinner. Die Aktien hatten allerdings in den vergangenen vier Wochen auch 90 Prozent an Wert eingebüßt.

Reuters, soc

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