Mittwoch, 12. Dezember 2018

Krisengeschüttelter Möbelkonzern Steinhoff-Chefsanierer wird Vorstandschef, Aktionäre begeistert

Steinhoff in Niedersachsen: Louis du Preez soll den Konzern wieder auf Vordermann bringen

Der südafrikanisch-deutsche Möbelkonzern Steinhoff macht seinen Chefsanierer zum neuen Vorstandschef. Louis du Preez, der Mitte 2017 als Chefjustiziar zu Steinhoff gekommen war, übernimmt zum Jahreswechsel den Posten von Danie van der Merwe, der das Amt nach der Aufdeckung eines Bilanzskandals vor knapp einem Jahr interimistisch übernommen hatte, wie Steinhoff Börsen-Chart zeigen am Montag in Stellenbosch mitteilte. Die Aktie legte nach der Ankündigung mehr als 12 Prozent zu.

Der 48-jährige du Preez führt zusammen mit Finanzchef Philip Dieperink die Verhandlungen über die finanzielle Sanierung von Steinhoff. Du Preez war erst im April in den Vorstand aufgerückt. Van der Merwe werde Steinhoff noch bis Ende 2019 als Berater zur Verfügung stehen.

Steinhoff komme mit der Bewältigung seines Schuldenbergs voran, erklärte Verwaltungsratschefin Heather Sonn. So soll in Kürze ein Schuldenschnitt für die Europa-Tochter Steinhoff Europe AG vereinbart werden.

Steinhoff ächzt unter der Last von fast zehn Milliarden Euro Schulden. Der Insolvenzplan ("Chapter 11") des US-Matratzenherstellers Mattress Firm sei am Freitag vom US-Konkursgericht genehmigt worden, so dass die Tochter bald aus der Insolvenz entlassen werden könne.

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Seit Ende 2017 steckt der in einen Bilanzskandal verwickelte Konzern - mit niederländischer Rechtsform und operativem Sitz in Südafrika - in einer schweren Krise. Damals begannen die Ermittlungen wegen Bilanzunregelmäßigkeiten, und frühere Chef Markus Jooste musste gehen. Seitdem steckt das Unternehmen im Umbau und hat sich von einigen Töchtern getrennt. So ging etwa die deutsche Möbelkette Poco an den österreichischen Möbelhändler XXXLut

mg/rtr, dpa-afx

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