Dienstag, 23. Oktober 2018

Einzelhandel Rewe erkauft kräftiges Umsatzplus mit Gewinneinbußen

Die genossenschaftlich organisierte Handelsgruppe Rewe hat im vergangenen Jahr seine Umsätze deutlich gesteigert

Der Kölner Rewe-Konzern hat 2017 seine Umsätze auch dank Zukäufen kräftig gesteigert. Die Kosten für Neuerwerbungen drückten den Gewinn aber empfindlich. Mit den Kaiser'sTengelmann- und Sky-Filialen werde Rewe seine Position in dem hart umkämpften Wettbewerb aber verbessern, verteidigt Vorstandschef Lionel Souque die Zukäufe.

Der Lebensmitteleinzelhandel- und Touristik-Riese Rewe hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz in der Gruppe (u.a. Rewe, Penny, toom Baumarkt, DER Touristik) um 6,7 Prozent auf 57,8 Milliarden Euro gesteigert, teilte der Konzern am Dienstag mit. In Deutschland wuchs der Umsatz mit 7,1 Prozent überdurchschnittlich, im Ausland kletterte die Erlöse um 5,7 Prozent.

Das Gros der Umsätze erzielt Rewe nach wie vor in Deutschland (72,3 Prozent), der Auslandsanteil verringerte sich laut Mitteilung vom Dienstag leicht auf 27,7 Prozent. Die Zahl der Märkte stieg den Angaben zufolge um 3,7 Prozent auf 15.313.

Der Rewe-Konzern selbst (ohne die selbständigen Einzelhändler) habe seine Erlöse 2017 um 8,3 Prozent auf 49,4 Milliarden Euro gesteigert. Die Umsätze in Deutschland seien allein um 9,5 Prozent geklettert. Dabei verteilen sich die Umsätze auf die verschiedenen Konzernteile wie folgt:

  • Das nationale Supermarktgeschäft, das Rewe in der Sparte Vollsortiment National, bündelt, verzeichnet seit 2013 (16,4 Milliarden Euro) im Gegensatz zu den anderen Sparten fortlaufend Umsatzzuwächse. 2017 sprangen die Erlöse dank der Zukäufe um 15,4 Prozent überproportional stark auf 21,2 Milliarden Euro. Bereinigt um die Neuzugänge Sky und Kaiser'sTengelmann betrug das Plus 5,8 Prozent.

Insofern hat es Rewe auf dem hart umkämpften deutschen Lebensmittelmarkt tatsächlich geschafft, auch aus eigener Kraft zu wachsen. Rewe liegt mit einem Markanteil von 14 Prozent in Deutschland damit aber immer noch hinter Edeka und der Schwarzgruppe (Lidl, Kaufland) unverändert auf Platz drei, berichtet die Lebensmittel-Zeitung.

Lionel Souque: Der neue Rewe-Vorstandschef präsentierte erstmals die Jahreszahlen
  • Das ausländische Supermarktgeschäft (Österreich, Tschechien, der Slowakei, Russland, Bulgarien, Kroatien, Ukraine), gebündelt in der Sparte Vollsortiment International, steigerte seine Umsätze um 4,9 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro.
  • Die Rewe-Discount-Kette Penny erwirtschaftete 2017 in Deutschland einen Umsatz von 7,4 Milliarden Euro (plus 2,5 Prozent), die Zahl der Filialen stieg leicht auf 2174.
  • Penny International (Italien, Österreich, Ungarn, Rumänien und Tschechien) spielte Umsätze in Höhe von 4,5 Milliarden Euro ein (plus 5,4 Prozent).
  • Der Geschäftsbereich Fachmarkt National mit den Baumarkt-Marken toom und B1 Discount erwirtschaftete 1,9 Milliarden Euro Umsatz (plus 2 Prozent).
  • Die Reisesparte der Rewe-Gruppe DER Touristik steigerte ihren Umsatz um 3 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro.

Rewe hat das Umsatzplus teuer erkauft

"2017 war ein außergewöhnliches und erfolgreiches Jahr für unser Unternehmen", sagte Lionel Souque, Vorstandsvorsitzender der Rewe-Gruppe laut Mitteilung. Das Umsatzplus hat Rewe aber vergleichswiese teuer erkauft. Denn der der Jahresüberschuss brach im Zuge der Kosten für Zukäufe um 27 Prozent auf 338 Millionen Euro ein.


Lesen Sie auch: Edeka weitet Boykott gegen Nestlé aus


Soque verteidigte gleichwohl die Zukäufe: "Durch die Kaiser'sTengelmann-Filialen und den Sanierungsbedarf bei Sky haben wir eine temporäre Ergebnisbelastung. Doch indem wir dort investieren und modernisieren, verbessern wir unsere Wettbewerbsposition erheblich."

Rewe will 2,4 Milliarden Euro investieren

Rewe will im laufenden Jahr 2,4 Milliarden Euro in die Expansion und Modernisierung investieren - davon 1,5 Milliarden Euro in Deutschland und 900 Millionen Euro im Ausland. Rewe beschäftigte Ende vergangenen Jahres in Deutschland und dem europäischen Ausland 345.434 Menschen - ein Plus von 6,1 Prozent. 254.097 (plus 7,7 Prozent) sind davon in Deutschland beschäftigt.

rei

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH