Samstag, 24. Juni 2017

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Adidas auf Rekordjagd, Puma auf Aufholjagd Puma ist zurück im Spiel

Borussia Dortmund: Puma-Frontmänner
imago/Jan Huebner
Borussia Dortmund: Puma-Frontmänner

Puma ist wieder im Angriffsmodus: Nach einer wirtschaftlichen Schwächeperiode sind die Produkte mit der Raubkatze wieder gefragt. Zudem stehen diverse Investitionen in den Profisport an.

Matthias Bäumer versprühte Optimismus, als er Anfang April im Puma-Showroom in der Geschäftsstelle von Borussia Dortmund Börsen-Chart zeigen aus seinem Orderbook zitierte. Verglichen mit dem Vorjahr stehen in dem von ihm als General Manager verantworteten Gebiet Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) für den Zeitraum Herbst/Winter 2017 rund 60 Prozent mehr Aufträge zu Buche.

Das zurückliegende Geschäftsjahr 2016 verlief für Puma Börsen-Chart zeigen im Handel ebenfalls positiv: Der Sportartikelhersteller wuchs in der DACH-Region um 18,8 Prozent. Nach Produktkategorien legten Accessoires mit 25 Prozent am stärksten zu, das Schuhe-Geschäft wuchs um 21,3 Prozent und die übrige Bekleidung um 15,3 Prozent.

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Heft Juni 2017

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Die auch in der globalen Betrachtung guten Absatzzahlen wirkten sich 2016 positiv auf die Finanzzahlen aus. Das Jahresergebnis des Sportartikelkonzerns stieg gegenüber dem Vorjahr um 68 Prozent auf 62,4 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz von Puma im Geschäftsjahr 2016 betrug 3,63 Milliarden Euro - gegenüber dem Vorjahr (3,39 Milliarden Euro) ein Anstieg um sieben Prozent.

Zurück zum Fachhandel, der für Puma mehr denn je von großer Bedeutung ist. Die Marke hat in der jüngeren Vergangenheit verstärkt "Shop in Shop"-Systeme eingebaut und bestehende Auftritte im Fachhandel attraktiver gestaltet. "Wir müssen uns den Regalplatz beim Händler erarbeiten, haben damit aber bereits erfolgreich begonnen", sagt Bäumer. Der Verkauf von Produkten an den Handel ist für Puma aber nur die eine Seite der Medaille.

Für die Sportmarke zählt vor allem auch der Weiterverkauf der Produkte durch die Fachhändler an die Endkunden.

Ein wesentlicher Treiber, um im Fachhandel Anklang zu finden, ist die Qualität der Produkte.

Und hier kann Puma nun nach einigen Jahren der Entwicklung erste Früchte ernten. Puma-Kollektionen wirken heute, da sind sich die Verantwortlichen sicher, wieder klarer, sportlicher und stilistischer. "Die Produkte werden vom Kunden in den Läden wieder verstärkt nachgefragt. Das hilft uns natürlich in den Gesprächen mit unseren Fachhändlern", sagt Silja Hintz, seit Februar 2017 Head of Sales DACH bei Puma. Die 38-Jährige, die zuvor beim ebenfalls in Herzogenaurach ansässigen Wettbewerber Adidas Börsen-Chart zeigen und dessen Tochter Reebok gearbeitet hatte, bildet in der neu geschaffenen Funktion bei Puma die Schnittstelle zum Handel.

Puma SE
  • Copyright: DPA
    DPA
    Hauptsitz: Herzogenaurach
  • Gründungsjahr: 1948
  • Umsatzerlöse 2016: 3,63 Mrd. Euro
  • Operatives Ergebnis (EBIT) 2016: 127,6 Mio. Euro
  • Ergebnis nach Steuern 2016: 62,4 Mio. Euro
  • Chief Executive Officer (CEO): Bjørn Gulden
  • Chief Financial Officer (CFO): Michael Lämmermann
  • Chief Operating Officer (COO): Lars Sørensen
  • Leiter Sportmarketing und Sportlizenzen: Johan Adamsson
  • Leiter Teamsport: Matthias Mecking
  • General Manager DACH: Matthias Bäumer
  • Head of Sales DACH: Silja Hintz
  • Profifußballmandate in Deutschland:
    Borussia Dortmund (bis Ende 2019/20),
    Borussia Mönchengladbach (2023/24; Vertrag startet erst zur Saison 2018/19),
    VfB Stuttgart (2019/20), Fortuna Düsseldorf (2016/17; der auslaufende Vertrag wird nicht verlängert),
    SV Sandhausen (2016/17),
    Hallescher FC (2018/19)
Quelle: SPONSORs 5/2017

Geschäftsführer Bäumer und Sales-Chefin Hintz wissen bei allen positiven Zahlen und Signalen aus dem Markt aber auch, dass die Marke Puma "noch enorm viel Wachstumspotenzial" hat. Bäumer sagt: "Die Geschäftsergebnisse sind eine schöne Bestätigung unserer Arbeit. Aber wir haben auch noch vieles zu tun. Wir werden unaufgeregt weiterarbeiten, um unsere Präsenz im Fachhandel weiter auszubauen." Angesichts der komplizierten vergangenen Jahre, in denen es stets starke wirtschaftliche Schwankungen gab, ist das eine realistische Haltung.

Puma hatte zudem mit einem Markenproblem zu kämpfen: Viele Konsumenten wussten nicht mehr genau, wofür Puma steht. Erst 2014 wurde die Marke unter der Leitung von Puma-CEO Bjørn Gulden als "schnellste Sportmarke der Welt" neu positioniert.

Sport wurde fortan als Anker für alle Aktivitäten gesetzt - das gilt sowohl für die Marke als auch für die Produkte.

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