Montag, 10. Dezember 2018

Otto Group beruft neuen Vorstand Mit diesem Physiker will Otto dem Giganten Amazon Paroli bieten

Ehemaliger BCG-Berater Sebastian Klauke rückt in den Vorstand von Otto

Es ist wohl eine der wichtigsten Positionen, die im Vorstand des Otto-Konzerns zu vergeben sind. Denn es geht dabei um nichts anderes als um die Zukunft des einstigen Katalogversenders. Es ist die Position des E-Commerce-Vorstands. Gefunden hat der Otto-Konzern, der just an diesem Donnerstag zum letzten Mal seinen altbewährten, aber mittlerweile aus der Zeit gefallenen umfangreichen Otto-Katalog in Druck gibt, einen geeigneten Kandidaten: den Diplom-Physiker Sebastian Klauke, der die Nachfolge des langjährigen Vorstandsmitglieds und stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Rainer Hillebrand antreten wird. Hillebrand geht nach gut 28 Jahren bei Otto im Frühjahr 2019 in den Ruhestand.

Klauke indes galt schon länger als aussichtsreichster Kandidat für den Posten. So heißt es auch in der Pressemitteilung des Konzerns, dass sich der erst im Juli 2017 zu Otto gekommene Manager "systematisch auf seine Rolle im Vorstand der Otto Group vorbereitet" habe. Zunächst nahm er den Posten als Chief Digital Officer (CDO) an, ab Mai 2019 wird er dann im Vorstand konzernweit die Themen E-Commerce, Technologie, Business Intelligence und Corporate Ventures verantworten.

Der 39 Jahre alte Klauke arbeitete nach seinem Studium in Münster, London und Freiburg vier Jahre bei der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG). 2010 gründete er den Onlineshop Autoda.de für Gebrauchtwagen, den er drei Jahre später an Meinauto.de verkaufte. Seitdem war er als E-Commerce-Berater für Start-Ups und Konzerne tätig, seit 2014 auch als Partner und Geschäftsführer der BCG- Tochter BCG Digital Ventures. Nun wird er sich beweisen müssen, wie er den Umbau des Konzerns weiter vorantreibt und gegen Konkurrenten wie Amazon Börsen-Chart zeigen und Zalando Börsen-Chart zeigen aufstellen wird.

Michael Otto, Aufsichtsratschef der Otto Group, sagte anlässlich des kommenden Vorstandswechsel: "Sebastian Klauke hat mit seiner hohen Kompetenz und unternehmerischen Tatkraft bereits in den vergangenen anderthalb Jahren einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Otto Group geleistet." Er freue sich auf weitere wichtige Initiativen auf dem Weg zum voll digitalisierten Handelskonzern.


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Mit Hillebrand verlässt indes ein Manager die Unternehmensgruppe, der den Weg vom Katalog- zum Onlinehändler bislang entscheidend mitgeprägt hat. Zuletzt setzte Otto 7,9 Milliarden Euro online um. Der Umbau gilt jedoch als keinesfalls abgeschlossen. Hillebrands Ausscheiden aus dem Konzern war indes absehbar. Vor rund zwei Jahren hatte er die für Otto-Vorstände geltende Altersgrenze von 60 Jahren erreicht, verlängerte jedoch auf Bitten von Michael Otto seinen Vertrag noch einmal um drei Jahre.

akn

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