Dienstag, 23. Januar 2018

Ottos Zalando-Wettbewerber eröffnet Ladengeschäft Otto-Ableger Collins geht auf die Straße

EDITED-Laden im Hamburger Schanzenviertel: Nun gibt es die Collins-Eigenmarke Edited auch im Schaufenster

Es war als Spielwiese gestartet, als Experiment, um Zalando in der jungen Generation etwas entgegen zu setzen. Doch mittlerweile dürften auch andere Marken die Existenz von Ottos Mode-Startup Collins zu spüren bekommen haben.

Hamburg - Im Vergleich zu Ebay , Zalando oder dem britischen Versender Asos ist Collins zwar immer noch ein zartes Pflänzchen. Zudem eines, das anders als der Berliner Wettbewerber weiter Millionenverluste schreibt.

Doch was die Profitabilität angeht, macht Collins nach den Worten von Geschäftsführer Tarek Müller deutliche Fortschritte. "Unsere Ebit-Marge hat sich signifikant verbessert", sagt er manager-magazin.de. Nach Angaben von Collins selbst hatten sich die Entwicklungs- und Anlaufkosten des noch jungen Portals in den beiden letzten Jahren auf rund 50 Millionen Euro belaufen.

Was das prozentuale Wachstum angeht, hat der deutlich kleinere Otto-Spross Zalando mittlerweile eingeholt - allerdings auf deutlich niedriger Basis. Um 300 Prozent hat Collins nach eigenen Angaben im ersten Geschäftshalbjahr seinen Umsatz im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum gesteigert. Das Gesamtjahr will das Startup mit einem "hohen zweistelligen Millionenbetrag" beim Umsatz abschließen. Im darauffolgenden Geschäftsjahr soll dann ein "deutlich dreistelliger" Millionen-Umsatz erzielt werden, bekräftigte Müller gegenüber manager-magazin.de.

Im Vergleich: Das 2008 gegründete mittlerweile auf 15 europäischen Märkten aktive Zalando hatte seinen Konzernumsatz 2014 um 26 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro gesteigert. Und dabei erstmals einen Gewinn erzielt. Das 2014 an den Start gegangene Collins wird früheren Ankündigungen zufolge frühestens 2019 profitabel sein.

Collins macht Sportscheck Konkurenz

Statt auf eine massive geografische Expansion wie Wettbewerber Zalando, setzt Collins erst einmal auf eine Erweiterung des Sortimentes. Neben Accessoires, Damen, Herren und seit kurzem auch Kindermode will Collins künftig auch Sportbekleidung anbieten. Segmente die neben Otto bereits auch Töchter wie Sport-Scheck, Mytoys und Mirapodo besetzen.

Auch im Männer-Bereich sieht Müller noch deutlich Wachstumspotenzial. Bislang sind rund 70 Prozent aller Collins-Kunden weiblich.

Eine Ausweitung des Angebots jenseits Deutschlands, der Schweiz und Österreich, wo Collins aktuell präsent ist, ist Unternehmensangaben zufolge aktuell aber nicht geplant.

Erster Laden in Hamburg

Ansonsten zeigt sich das Konzern-Startup mit aktuell rund 230 Mitarbeitern recht experimentierfreudig. Neben einem Schnäppchen-Club des Collins-Portals About you , der kürzlich an den Start ging, ist Ende Oktober in Hamburg auch ein erster Laden der Collins-Eigenmarke Edited an den Start gegangen.

Ein Testballon, der vor allem dem Erfolg des Labels geschuldet ist, wie Müller sagt. Nach mehreren Anfragen aus dem Stationären Handel hatten sich die Collins-Macher entschlossen, ihrer Eigenmarke zunächst auch über ausgewählte Läden zu verkaufen. "Da haben wir gemerkt, dass sich mit dem stationären Verkauf auch Neukunden für das Online-Geschäft generieren lassen." Sollte das Konzept aufgehen, könnte die Zahl der stationären Läden in Zukunft weiter ausgebaut werden.

Collins war 2014 unter der Führung von Otto-Gründerenkel Benjamin Otto an den Start gegangen. Mittlerweile hat dieser sich jedoch aus dem operativen Geschäft des Startups zurückgezogen und ist für Collins in erster Linie beratend tätig.

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