Freitag, 19. Oktober 2018

Millionen-Übernahme Wie Douglas sich in Frankreich aufhübscht

Douglas: Mit der Übernahme von 455 französischen Nocibé-Läden will Douglas seine Marktmacht in Europa stärken

2. Teil: Douglas schwierige Aufholjagd

Und auch in China ist die Marke Sephora präsent - als willkommendes Vertriebsvehikel für die eigenen Luxus-Produkte. Vor allem in den USA und in Asien seien die Verkäufe in den Filialen "erheblich gestiegen" verkündete Konzernmutter LVMH Börsen-Chart zeigen bei der Bilanzvorlage vor einigen Tagen stolz.

Das Resultat: Sephora und Duty-Free Geschäft zusammen legten beim Umsatz in den ersten neuen Monaten des Jahres um 19 Prozent zu - mehr als alle anderen Bereiche des Luxus-Konzerns. Sephora sei eine "echte Kriegsmaschine" blianzierte d'Exane BNP Paribas-Analyst Luca Solca.

Gegen die nehmen sich die Hagener wie eine zuverlässige aber eher unspektakuläre Familienkutsche aus. Zwar legte sowohl im Ausland als auch im Inland der Umsatz zu. Zusammengenommen allerdings lediglich um 3,4 Prozent, was sich im Vergleich mit dem französischen Konkurrenten ziemlich bescheiden ausnimmt. Und auch bei der Lage der Läden in Frankreich und der Kundenstruktur sehen die Hagener nicht besonders gut aus.

Aggressives Einkaufsgebaren

Dies zu ändern - und die Marktmacht in Europa auszubauen, scheinen die Hagener nun fest entschlossen. In Polen und der Türkei, Ländern also, in denen es im Vergleich zum kriselnden Südeuropa besser läuft, sollen neue Filialen entstehen. Das Geschäft mit Eigenmarken - eines auf das die bereits von zwei Finanzinvestoren optimierte Nocime ebenfalls gesetzt hat - soll ausgebaut werden.

Ebenso das Onlinegeschäft im Ausland. Hier hat Sephora bislang nicht zuviel Terrain besetzt. Bislang ist man neben Frankreich erst in den USA und China aktiv - was für Douglas noch Terrain übrig lässt.

Viel Arbeit - für die Advent sich personell gut gerüstet hat. So sitzt von Seiten der Finanzinvestoren seit Kurzem Bernd Beetz, Ex-Chef des internationalen Parfumkonzerns Coty im Aufsichtsrat, der eine Stange eigenen Geldes in Douglas gesteckt hat und am Fortkommen des Konzerns stark interessiert ist.

Einen Vorgeschmack darauf, wie sich der neue Erfolgshunger von Douglas nach der Advent-Übernahme anfühlt, bekamen Lieferanten der Parfümkette bereits vor einigen Wochen zu spüren. Da sagte der Konzern kurzerhand die Jahresgespräche ab und kündigte an, künftig auf internationaler Ebene verhandeln zu wollen - und verlangte auch gleich noch einen Europa-Bonus.

Mit 450 französischen Nocibé-Läden mehr dürfte es für die Geschäftspartener demnächst entsprechend teurer werden.

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