Freitag, 27. Mai 2016

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Nach Missbrauchsskandal Aldi-Mitarbeiter haben einen Ombudsmann

Nachwuchskräfte gefesselt und misshandelt: Bei Fehlverhalten von Vorgesetzten oder Kollegen sollen sich Aldi-Mitarbeiter jetzt vertrauensvoll an einen internen Ombudsmann wenden können

Alidi-Mitarbeiter hatten ungeliebte Kollegen gefesselt und misshandelt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Nach dem Missbrauchsskandal setzt Aldi Süd nun einen Ombudsmann ein - denn Betriebsräte gebe es nicht.

Mühlheim - Der Discount-Riese Aldi Süd hat nach dem Auffliegen eines Missbrauchskandals einen Ombudsmann eingesetzt. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, hat der "Vertrauensanwalt" seine Arbeit Anfang Oktober im Zentrallager im baden-württembergischen Mahlberg aufgenommen.

Vor einem Monat war der Vorwurf gegen Aldi-Mitarbeiter erhoben worden, sie hätten in Mahlberg missliebige Nachwuchskräfte mit Frischhaltefolie an Pfosten gefesselt und im Gesicht mit Filzstiften beschmiert. Das Unternehmen hatte die Vorwürfe im Wesentlichen bestätigt. Die Staatsanwaltschaft Freiburg ermittelt wegen des Verdachts der Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung.

Mitarbeiter hätten nun die Möglichkeit, "bei Unstimmigkeiten oder Problemen" den Ombudsmann zu kontaktieren, zitierte das Magazin Aldi Süd. So könne es für die Angestellten sinnvoll sein, "bei vermuteten Verstößen gegen Arbeitssicherheitsrichtlinien, bei Fehlverhalten von Vorgesetzten, Mobbing, Diebstahl oder Unterschlagung mit dem Vertrauensanwalt Kontakt aufzunehmen". Betriebsräte gebe es nicht.

Der Vertrauensanwalt biete als neutrale Kontaktstelle einen "rechtlich geschützten Raum." Dem "Spiegel" zufolge bestreitet Aldi allerdings einen Zusammenhang zwischen dem Ombudsmann und den Vorkommnissen in Mahlberg.

Aldi hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe erklärt: "Zu unserer Bestürzung hat sich durch interne Recherchen gezeigt, dass das beschriebene Geschehen in seiner Kernaussage der Wahrheit entspricht." Die leitenden Verantwortlichen und die aktiv Tatbeteiligten seien zur Rechenschaft gezogen worden. Der Fall hatte auch bei der Gewerkschaft Verdi für Empörung gesorgt.

rei/dpa

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