Mittwoch, 24. Januar 2018

Michael Rook Verurteilter Ex-Media-Saturn-Topmanager will Unschuld beweisen

Ex-Topmanager Michael Rook: Fünf Jahre nach seiner Verurteilung reichten Rooks Anwälte einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens ein
picture alliance / dpa
Ex-Topmanager Michael Rook: Fünf Jahre nach seiner Verurteilung reichten Rooks Anwälte einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens ein

Hoffnung auf ein Happy End: Michael Rook, einst Deutschlandchef des Elektronikriesen Media-Saturn, will seine Unschuld beweisen. Auf den Tag genau fünf Jahre nach der Verurteilung wegen Bestechlichkeit reichten Rooks Anwälte am gestrigen Donnerstag einen Wiederaufnahmeantrag ein.

Mit dem 120-seitigen Dokument wollen die Anwälte Thorsten Junker und Magnus Dührig die Justiz überzeugen, den Strafprozess aufzurollen und geben sich trotz der hohen Hürden zuversichtlich. Ziel der Wiederaufnahme ist es, durch neue Tatsachen und Beweismittel einen Freispruch für Rook zu erreichen.

Der Manager wurde 2012 zu 5 Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Rook wurde vom Landgericht Augsburg vorgeworfen rund 2 Millionen Euro von einem Dienstleister kassiert zu haben, der im Gegenzug jahrelang bundesweit in den Filialen von Media-Markt lukrative DSL-Verträge vermitteln durfte.

Landgericht Itzehoe hegt Zweifel an dem Belastungszeugen

Die Beweislage allerdings ist dünn. Die Augsburger Richter stützten sich auf die Aussagen von Rooks vermeintlichen Komplizen, dem früheren Media-Saturn-Regionalmanager Bruno Herter. Herter konnte durch die Anschuldigungen sein Strafmaß nicht nur deutlich verkürzen, sondern gilt anderen Richtern auch als unglaubwürdig.

Das Landgericht Itzehoe hat Rooks Fall im Rahmen einer zivilrechtlichen Schadensersatzklage von Media-Saturn gegen den Ex-Manager verhandelt und erhebliche Zweifel an Herters Aussagen dokumentiert. Die Klage wurde im Mai dieses Jahres abgewiesen. "Von der Strafkammer des Landgerichts Augsburg als belastend zugrunde gelegte Tatsachen und Indizien sind nach der Beweisaufnahme vor dem Landgericht Itzehoe widerlegt worden, sodass die Einreichung eines Wiederaufnahmeantrags unumgänglich war", sagt Rooks Anwalt Thorsten Junker gegenüber dem manager magazin.

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