Montag, 20. November 2017

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Verdacht auf Insiderhandel Razzia bei Metro

Metro: Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann kaufte Metro-Aktien für eine Million Euro - kurz vor der Aufspaltung des Handelskonzerns

Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Freitag unter dem Verdacht des Insider-Handels Büros des Handelsriesen Metro durchsucht. Metro kooperiere "in vollem Umfang" mit den Ermittlungsbehörden, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Konzerns weiter. "Spiegel Online" zufolge gehen die Ermittler dem Verdacht des Insiderhandels nach, die Finanzaufsicht BaFin habe Anzeige erstattet.

Der Metro-Sprecher wies den Vorwurf des Insider-Handels zurück. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf wollte sich zunächst nicht äußern, er kündigte aber für den Montag eine Erklärung an. Die BaFin erklärte, sie habe "wegen des Verdachts des Insiderhandels und der Marktmanipulation in Aktien der Metro AG" Anzeige erstattet.

Der Vorwurf richtet sich laut "Spiegel Online" unter anderem gegen Metro-Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann. Er habe am 22. Februar 2016, kurz nach seiner Wahl an die Spitze des Gremiums, für gut eine Million Euro 43.000 Aktien der Metro AG gekauft. Neben Steinemann habe auch ein Vorstandsmitglied vor der Aufspaltungsmitteilung Aktien gekauft, auch er werde des Insiderhandels verdächtigt. Ende März 2016 hatte der Konzern seine Aufspaltung angekündigt.

"Die Metro AG hat die Nachricht von der beabsichtigten Aufspaltung des Unternehmens am 30. März 2016 pünktlich und unter Beachtung der einschlägigen Vorschriften kommuniziert und ist dabei allen entsprechenden Pflichten nachgekommen", sagte ein Sprecher des Konzerns. "Zu dem Zeitpunkt, zu dem Herr Steinemann und ein Vorstandsmitglied Aktien erworben haben, lag keine Insider-Information vor."

la/reuters

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