Montag, 10. Dezember 2018

Klagen gegen Metro-Aufspaltung Media-Saturn-Gründer Kellerhals gibt nicht auf

Erich Kellerhals (Archivbild)

Aktionärsschützer sprachen von einem Befreiungsschlag, Metro-Konzernchef Olaf Koch von einem "besonderen Tag", als die Aktionäre des Handelskonzerns Anfang Februar der Aufspaltung in einen Lebensmittelspezialisten und einen Elektronikhändler zustimmten. Doch die beabsichtigte Trennung hat ein juristisches Nachspiel, das noch viel Nerven kosten könnte.

Denn Media-Saturn-Gründer Erich Kellerhals stellt sich nach dem klaren Votum der Hauptversammlung für die Aufspaltung quer. "Es gibt nach unserem Kenntnisstand mehrere Klagen - eine davon stammt von uns", sagte der Geschäftsführer der Kellerhals-Firma Convergenta, Ralph Becker, der Tageszeitung "Welt" (Freitag).

Metro-Chef Koch will mit der Aufspaltung das Wachstum beschleunigen, mehr Börsenwert schaffen und Partnerschaften sowie Zukäufe erleichtern. Die Strategien der beiden Unternehmen seien inzwischen "so unterschiedlich, wie sie nur seien können", hatte Koch erklärt. Deshalb mache es keinen Sinn, sie weiter unter einem Dach zusammenzuhalten.

Die Aufspaltung soll bis Mitte des Jahres über die Bühne gegangen sein. Das könnte sich jetzt verzögern.

Seit Jahren gibt es einen erbitterten Streit zwischen Metro und dem Media-Saturn-Gründer Kellerhals, der laut der Zeitung noch mit knapp 22 Prozent an der Elektronikfirma beteiligt ist. Der Kläger will dem Blatt zufolge wohl seine Verhandlungsposition verbessern. Becker begründete den Schritt mit dem Auslaufen der Klagefrist. Der Vorstoß bedeute aber nicht, dass die Gespräche mit Metro über eine gütliche Einigung gescheitert seien, heißt es in der Zeitung.

rei/dpa

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