Dienstag, 12. Dezember 2017

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Läden sehen aus "wie im kommunistischen Polen" Benetton-Gründer will Firma vor Untergang retten - mit 82 Jahren

Der 82-jährige Luciano Benetton will sein Unternehmen retten.

Luciano Benetton ist wieder da. Der Gründer der italienischen Modekette Benetton hat wieder die Führung des Unternehmens übernommen, berichtet die Schweizer "Handelszeitung" unter Berufung auf die italienische Medien. Benetton - inzwischen 82 Jahre alt - möchte seine Firma vor dem Untergang retten. Der italienischen Zeitung "La Republica" sagte er, er habe das Unternehmen im Jahr 2008 mit 155 Millionen Euro Vermögen verlassen und kehre nun zurück bei 81 Millionen Euro Schulden im Jahr 2016.

Schuld sei die Familie. Während andere United Colors of Benetton imitiert hätten, seien die eigenen Geschäfte dunkel und schäbig geworden "wie im kommunistischen Polen". Die "schlimmste Sünde" sei es aber, dass keine Pullover mehr angeboten würden.

Luciano Benetton hatte das Unternehmen 1965 mit Unterstützung seiner Geschwister gegründet. In den 1980er Jahren feierte United Colors of Benetton international Erfolge. Unter dem italienischen Starfotograf Oliviero Toscani, der damals die künstlerische Leitung für die Werbekampagnen von Benetton inne hatte, sorgten vor allem seine provokanten Werbekampagnen für Aufsehen. Doch seit der Jahrtausendwende ging es dem Pressebericht zufolge bergab.

2003 zog sich die Familie aus der vordersten Front des Unternehmens zurück. Jüngst meldete Benetton, wieder den Starfotograf Toscani für seine Werbekampagne engagiert zu haben. Seit 2005 zählt der Konzern etwa 5000 Filialen weltweit. Für 2015 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro.

akn

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