Montag, 19. November 2018

Aktie des Marktforschers springt Finanzinvestor KKR will bei GfK einsteigen

GfK-Zentrale in Nürnberg: Die Aktie schnellte nach dem Gebot von KKR um rund 30 Prozent nach oben

Der Finanzinvestor KKR will bei dem wirtschaftlich angeschlagenen Marktforschungsunternehmen GfK einsteigen. Ein entsprechendes Übernahmegebot hat KKR am Donnerstag den GfK-Aktionären unterbreitet. Geplant sei der Kauf von mindestens 18,54 Prozent der bisher von Anlegern gehaltenen Firmenanteile, teilte eine Sprecherin des GfK-Vereins mit. KKR bietet den Aktionären 43,5 Euro pro Aktie. Auch die Behörden müssen dem Deal noch zustimmen. Die Aktie Börsen-Chart zeigen schnellte am Mittag um fast 30 Prozent nach oben auf 43,40 Euro. Der GfK-Verein, über den große deutsche Firmen Anteile an der GfK halten, soll dagegen weiterhin mit 56,46 Prozent GfK-Mehrheitsaktionär bleiben, sagte ein Sprecherin des GfK-Vereins.

Den KKR-Einstieg begründete die Sprecherin mit der wachsenden Bedeutung der Digitalisierung im Marktforschungsgeschäft. Die KKR-Gruppe habe in diesem Bereich viel Erfahrung. So habe sie im Jahr 2005 das Marktforschungsunternehmen Nielsen von der Börse genommen und nach der Sanierung wieder erfolgreich an die Börse gebracht, sagte die Sprecherin des GfK-Vereins.

GfK-Vorstand und -Aufsichtsrat unterstützten das freiwillige Übernahmeangebot, hieß es. "Das Ziel dieser Transaktion ist es, den strategischen Wandel von GfK zu unterstützen und zu forcieren", sagte GfK-Aufsichtsratschef Ralf Klein-Bölting. Der GfK-Hauptsitz solle in Nürnberg bleiben.

An der Spitze des Marktforschungsunternehmens war es zuletzt nach erneut enttäuschenden Geschäftszahlen zu Turbulenzen und zu Führungswechseln gekommen. Das bisherige Vorstandsmitglied Gerhard Hausruckinger übernahm vorübergehend zum 1. September die Rolle als Sprecher des Vorstands. Das Unternehmen mit rund 13.000 Mitarbeitern ist bekannt etwa für Prognosen zum Konsumverhalten.

mg/dpa-afx

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