Freitag, 22. September 2017

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3G stellt 15 Milliarden Dollar bereit Kraft-Heinz-Großaktionär bereitet nächsten Milliardendeal vor

Jorge Paulo Lemann: Brasilianischer Milliardär und Co-Gründer der Beteiligungsgesellschaft 3G

Nach der geplatzten Unilever-Übernahme könnte sich Kraft-Heinz-Großaktionär 3G Capital schon bald ein neues Ziel vornehmen. Bis zu 15 Milliarden US-Dollar habe die Beteiligungsgesellschaft für Übernahmen in der Kasse, berichtet die "Financial Times" (Dienstag) unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Üblicherweise kommen dazu noch große Summen an Fremdkapital hinzu.

In Frage kommen könnte für 3G Capital beispielsweise ein Kauf des Milka-Herstellers Mondelez, der 2012 aus einer Abspaltung von Kraft Foods - damals noch ohne Heinz - hervorgegangen war. Gerüchte über eine Wiedervereinigung der beiden Firmen hat es bereits vergangenes Jahr gegeben.

Nicht zuletzt der aktivistische Investor Bill Ackman, dem knapp 6 Prozent der Mondelez-Anteile gehören, hatte diese Idee bereits ins Spiel gebracht. Analysten sehen auch die Lebensmittelhersteller Kellogg, General Mills und Campell Soup als potenzielle Kandidaten ebenso wie die Konsumgüterkonzerne Colgate-Palmolive , Kimberly-Clark und Clorox.

Hinter 3G Capital steht der brasilianische Geschäftsmann und Multimilliardär Jorge Paul Lemann. Zusammen mit seinen Partnern Carlos Alberto Sicupira und Marcel Herrmann Telles kontrolliert Lemann über 3G auch den weltgrößten Brauereikonzern AB Inbev.

3G Capital eilt der Ruf voraus, Firmen zu übernehmen, ihnen Schulden aufzubürden und eisern zu sparen. Dies wird auch als Grund dafür gesehen, weshalb Unilever am Wochenende den Vorstoß von Kraft Heinz brüsk zurückgewiesen hat.

Die Amerikaner wollten 143 Milliarden Dollar für den Dove- und Axe-Hersteller hinblättern. 3G Capital ist neben Kraft Heinz auch bei der Fastfoodkette Burger King investiert. Häufig agiert die Gesellschaft mit dem Investor Warren Buffett und seiner Firma Berkshire Hathaway zusammen. 3G und Buffett kontrollieren zusammen Kraft Heinz. Laut "FT" interpretieren Beobachter den Rückzug des Finanzinvestors bei Unilever als seine erste Niederlage in einem Übernahmekampf.

Allerdings war dieser bei dem britisch-niederländischen Konsumgüterkonzern im Grunde erst gar nicht richtig in Gang gekommen: Freitag hatte Unilever das 143-Milliarden-Dollar-Angebot brüsk zurückgewiesen, 48 Stunden später zogen 3G und Buffett das Gebot zurück.

rei/dpa

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