Samstag, 22. September 2018

Stuffle, Shpock und Co. Ebays Erben

Jäger der Kleinanzeigen: Deutschlands Netzflohmärkte im Vergleich
Stuffle

2. Teil: 1,2 Millionen Downloads contra 400.000 Downloads

Der Konkurrenzkampf zwischen Stuffle und Shpock ist seit jeher eher sportlich als angespannt und nicht annähernd so eskalierend wie bei anderen Start-ups, die auch mal vor Gericht ihre Meinung übereinander austauschen. Anfangs hatte das eine Start-up über das andere zwar mal behauptet, es sei ein Klon, während das andere Start-up das eine partout nicht als ernsthaften Konkurrenten anerkennen wollte.

Über diese Phase sind beide indes hinaus. Denn allzu weit, das zeigen die Zahlen, liegen sie letztlich gar nicht auseinander.

  • In den App-Stores jeweils auf den vordersten Rängen positioniert, hat es Shpock auf mittlerweile mehr als 1,2 Millionen App-Downloads gebracht, Stuffle liegt bei gut 400.000 Downloads.
  • Während bei Shpock eigenen Angaben zufolge derzeit täglich rund 8000 bis 10.000 Produkte zum Verkauf eingestellt werden, bringt es Stuffle auf rund 5000.
  • Beim personellen Aufwand nehmen sich beide Plattformen mit jeweils rund einem Dutzend Mitarbeitern, inklusive einiger Teilzeitkräfte, hingegen nicht viel.

Die Doktorarbeit geschmissen

So wie die Parallelen zwischen Shpock und Stuffle unverkennbar sind, so gilt dies im Übrigen auch für die zwei CEOs: Stuffle-Chef Morten Hartmann und Shpock-Chef Armin Strbac.

Letzterer verdiente schon als 17-Jähriger seine ersten Schillinge, in dem er mit einem Schulfreund zusammen 3D-Animationsvideos für eine kleine Wiener Werbeagentur produzierte. "Mich hat schon damals fasziniert, wie das mit dem Gründen so funktioniert", sagt der heute 32-Jährige. Dennoch schlug er nach dem Abitur und der parallelen Ausbildung zum Nachrichtentechniker erst einmal einen anderen Weg ein und ging zur Boston Consulting Group. Dort studierte er nebenbei Betriebswirtschaftslehre. Und er tat noch etwas anderes: In einem kleinen schwarzen Büchlein notierte er sich jahrelang Geschäftsideen.

Mit der Umsetzung war es indes so eine Sache. Es fehlten die Kontakte, weshalb sich Strbac 2010 zunächst dafür entschied, zu promovieren. Doch seine Dissertation mit dem Titel "Das vergessene Potenzial" über die Verbesserung von Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Migrationshintergrund legte Strbac, dessen Eltern in den Siebzigern als Gastarbeiter aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Österreich eingewandert waren, nach 70 Seiten erst einmal auf Wiedervorlage.

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