Montag, 22. Oktober 2018

Alarmierender interner Bericht Kaufhof-Management gesteht Existenz-Bedrohung

War einmal: Diese Filiale von Galeria Kaufhof in der Berliner Allee in Düsseldorf ist geschlossen.

Nach Monaten tapferer Durchhalte-Parolen akzeptiert das Management von Galeria Kaufhof die prekäre Lage des Unternehmens. "Galeria Kaufhof befindet sich in einer ausgeprägten Ertragskrise", zitiert der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe aus einem vertraulichen Unternehmensbericht. Ohne weitere drastische Sanierungsmaßnahmen werde Kaufhof "kurz- bis mittelfristig in einer substanziellen wirtschaftlichen Notlage verbleiben". Auch um die Liquidität sei es nicht gut bestellt: "Ohne Gegenmaßnahmen droht die Zahlungsunfähigkeit."

Kaufhof nähert sich damit einer Realität an, auf die das manager magazin bereits seit Monaten hinweist. Kaufhof-Eigentümer Hudson's Bay und dessen Kommunikationsberater hatten entsprechende Berichte in der Vergangenheit dagegen regelmäßig als unrealistisch bezeichnet. (Lesen Sie dazu "Einstürzende Altbauten", den jüngsten mm-Report zu Galeria Kaufhof )

Die Kölner Warenhausgruppe wurde im Herbst 2015 von dem kanadischen Warenhauskonzern Hudson's Bay Company übernommen. Seither sind die Filialumsätze eingebrochen. Laut dem internen Papier sind die Umsätze von 3,1 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 2,6 Milliarden Euro im Jahr 2017 zurückgegangen. Im vergangenen Geschäftsjahr summierte sich ein Jahresfehlbetrag von über 100 Millionen Euro. (Lesen Sie hier dieganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Kaufhof-Geschäftsführer Roland Neuwald hat bereits angekündigt, in der Hauptverwaltung in Köln 400 von 1600 Arbeitsplätzen abzubauen. Am 13. April soll überdies die Tarifkommission der Gewerkschaft Ver.di darüber entscheiden, ob die Arbeitnehmervertreter mit dem Unternehmen Verhandlungen über einen Sanierungstarifvertrag aufnehmen.

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