Samstag, 23. Juni 2018

Rascher Abgang von Wolfgang Link Kaufhof-Besitzer HBC trennt sich von Europa-Chef

Kaufhof: Personalrochaden bei der Mutter

Der nordamerikanische Kaufhof-Mutterkonzern HBC trennt sich nach nur einem Jahr von seinem Europa-Chef Wolfgang Link. Der ehemalige Toys'R'Us-Manager, der auch an der Spitze des Kaufhof-Aufsichtsrats stand und zeitweise das operative Geschäft bei Kaufhof leitete, verlasse den Konzern, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Freitag. Zuvor hatte bereits die "Wirtschaftswoche" über den Abgang berichtet. Ein Kaufhof-Sprecher wollte sich nicht äußern.

Die Personalie kommt überraschend - Link war erst im vergangenen Mai zu HBC gewechselt. Link könne auf eine "beeindruckenden Erfolgsbilanz im Einzelhandel in Deutschland und Europa" vorweisen, hatte der frühere HBC-Chef Jerry Storch bei der Berufung des Managers gesagt.

Storch verließ dann im Oktober HBC, nun folgt auch Link. Einer der Insider sagte, HBC baue seine europäischen Management-Strukturen um. In diesem Zusammengang gehe auch Link. HBC ist in Europa unter anderem auch in den Niederlanden aktiv.

Trotz Sparkurs: HBC griff bei Kaufhof tief in die Kasse

Kaufhof kämpft mit Umsatzrückgängen und Verlusten. Zahlreiche Wechsel im Management haben die Belegschaft zudem verunsichert. Die Kaufhof-Spitze drängt auf einen neuen Tarifvertrag, der für die Mitarbeiter auch Einschnitte bringen soll. Kaufhof brauche "wettbewerbsfähige Personalkosten", heißt es immer wieder.

Mit der Gewerkschaft Verdi will Kaufhof nun über eine Neuausrichtung verhandeln. Die Gespräche zwischen Gewerkschaft und Management sind für den 18. Mai angesetzt, sagte ein Verdi-Sprecher. Verdi wolle zunächst gemeinsame Eckpunkte mit dem Management klären und dann in Verhandlungen über einen Sanierungstarifvertrag eintreten, hatte die Gewerkschaft erklärt.

la/reuters

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH