Samstag, 30. Juli 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Warenhauskonzern Karstadt schreibt abermals dreistelligen Millionenverlust

Karstadt-Filiale: Fehlbetrag von 127 Millionen Euro

Der Warenhauskonzern Karstadt hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr einen dreistelligen Millionenverlust geschrieben. Belastend wirkt zudem, dass Eigentümer Berggruen für die Namensrechte jetzt noch mehr kassiert.

Hamburg - Die Karstadt Warenhaus GmbH hat auch im Geschäftsjahr 2012/2013 einen dreistelligen Millionenverlust geschrieben. Wie das manager magazin unter Berufung auf die jüngste Aufsichtsratssitzung in seiner April-Ausgabe (Erscheinungstermin: 21. März) berichtet, weist Karstadt für die am 30. September 2013 zu Ende gegangene Rechnungsperiode einen Jahresfehlbetrag von 127 Millionen Euro aus.

Das sei zwar optisch eine Verbesserung gegenüber dem erst Anfang März im Bundesanzeiger veröffentlichten Verlust des Geschäftsjahres 2011/2012 in Höhe von 158 Millionen Euro. Allerdings enthielt das damalige Defizit allein 117 Millionen Euro an Abfindungen für einen Personalabbau.

In Wahrheit habe sich das laufende Ergebnis also stark verschlechtert, berichtet das manager magazin. Insbesondere die verfehlte Einkaufspolitik des Ende 2013 ausgeschiedenen Karstadt-Chefs Andrew Jennings sei die Ursache dafür gewesen. Der Umsatz ging 2012/2013 von gut 2,9 auf etwa 2,7 Milliarden Euro zurück.

Auch für das laufende Jahr wird ein Millionenverlust erwartet

Für das laufende Geschäftsjahr 2013/2014 wird abermals ein dreistelliger Millionenverlust erwartet. Das Weihnachtsgeschäft lief schlecht, ebenso die ersten beiden Monate des Jahres 2014. Zudem fehlen erstmals die Umsätze der abgespaltenen Firmen Karstadt Premium und Karstadt Sports. Für beide hatte die Karstadt Warenhaus GmbH bislang mit eingekauft. Dieses als Großhandelsumsatz verbuchte Volumen von mehr als 300 Millionen Euro fällt nun weg.

Die Ende Februar angetretene neue Vorsitzende der Geschäftsführung, Eva-Lotta Sjöstedt, muss nicht nur gegen die Umsatzerosion und die operative Misere ankämpfen. Auch Unternehmenseigentümer Nicolas Berggruen wird immer mehr zur Belastung.

Für die Nutzung der Rechte am Namen Karstadt berechnet Berggruen dem Unternehmen 0,5 Prozent vom Umsatz, für das laufende Geschäftsjahr voraussichtlich gut 11 Millionen Euro. Zuvor hatte sich Berggruen mit einem geringeren Satz zufriedengegeben.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der April-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft können Sie hier herunterladen, seit Freitag liegt die Print-Ausgabe am Kiosk. Abonnenten liefern wir das frische manager magazin am Donnerstag in den Briefkasten oder elektronisch. Oder beides.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH