Dienstag, 12. Dezember 2017

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Pünktlich zum Black Friday Geschäftsklima auf Rekordhoch, Hochkonjunktur für deutsche Wirtschaft

Vollgepackt: Die Stimmung der Unternehmer ist so gut wie nie

Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Firmen ist trotz des Hickhacks um eine Regierungsbildung so gut wie noch nie. Der Geschäftsklimaindex stieg im November überraschend auf den Rekordwert von 117,5 Zählern nach 116,8 Punkten im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten einen leichten Rückgang auf 116,6 Punkte erwartet. "Die deutsche Wirtschaft steuert auf eine Hochkonjunktur zu", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Analysten sagten zu den Daten in ersten Reaktionen:

Carsten Brzeski, Chefökonom der ING Diba: "Man sollte jetzt nicht denken, dass die deutschen Unternehmen von der aktuellen politischen Sackgasse gar nicht betroffen sind. Denn man darf nicht vergessen, dass die Ifo-Umfrage teilweise vor den Ereignissen vom Sonntag (Scheitern der Jamaika-Sondierung) durchgeführt wurde. Der erste wirkliche Test, wie sich die Politik auf die Stimmung der Firmen auswirkt, kommt erst mit dem Ifo-Index vom Dezember. Kurzfristig sollte die politische Unsicherheit aber kaum Einfluss auf das Wachstum haben."

Alexander Krüger, Chefvolkswirt Bankhaus Lampe: "Das Geschäftsklima gibt den klaren Hinweis auf eine im Winterhalbjahr weiter kräftig wachsende Wirtschaftsleistung. Da die gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten aber bereits gut ausgelastet sind, wird die Dynamik aus dem dritten Quartal 2017 kaum anhalten. Mehr als ein Schönheitsfehler ist das nicht."

Drei Probleme: Personalengpässe, Lieferengpässe, Kapazitätsengpässe

Holger Sandte, Nordea: "Der Ifo-Index trotzt dem politischen Wirrwarr. Das zeigt, wie robust die Stimmung in der Wirtschaft derzeit ist. Die Unternehmen und die Finanzmärkte wissen, dass die nächste Regierung nicht links- oder rechtsextrem sein wird, sondern nahe am Mainstream. Kein Grund also, sich verrückt machen zu lassen."

Andreas Scheuerle, Dekabank: "Spricht man derzeit mit Unternehmen, so klagen diese über drei Probleme: Lieferengpässe, Kapazitätsengpässe und Personalengpässe. Das sind untrügliche Zeichen dafür, dass Deutschland sich auf den Hochpunkt des Konjunkturzyklus zubewegt. Der deutsche Konjunkturdampfer läuft mit voller Fahrt voraus. Außer einer Kollision, die nicht in Sicht ist, bringt ihn nichts so schnell zum Stehen: die Wirren um die Regierungsbildung jedenfalls nicht."

Claus Niegsch, DZ Bank: "Die Stimmung der Unternehmen bleibt weiter auf Rekordniveau. Die deutsche Wirtschaft brummt. Dank steigender Ausfuhren, zunehmender Ausrüstungsinvestitionen und einer anhaltend soliden Inlandsnachfrage steht der Aufschwung auf einem breiten Fundament. Die große Mehrheit der deutschen Unternehmen kann von dieser erfreulichen Entwicklung profitieren."

la/reuter

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