Montag, 27. Juni 2016

Claus-Dietrich Lahrs wirft das Oberhemd Fristlos: Hugo-Boss-Boss weg

Hier braucht es jetzt einen Ausputzer: Firmenzentrale von Hugo Boss in Metzingen.

Nach einer Serie von Negativschlagzeilen trennen sich der Modekonzern Hugo Boss und Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs. Nach acht Jahren an der Spitze des Modekonzerns werde der 52-Jährige das Unternehmen zum Monatsende verlassen, teilte Boss am Donnerstag mit. Er geht damit nur wenige Tage vor der Bilanzpressekonferenz. Der Aufsichtsrat werde nun unverzüglich nach einem Nachfolger suchen. Aufsichtsratschef ist Michel Perraudin, ein ehemaliger McKinsey-Berater und Adidas-Vorstand.

Zieht aus: Hugo-Boss-Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs.
Hugo Boss Börsen-Chart zeigen hatte wegen Rabattschlachten und schwächelnder Auslandsgeschäfte seine bereits gekappten Jahresziele für 2015 verfehlt. Anfang der Woche musste Lahrs einräumen, dass im laufenden Geschäftsjahr sogar mit einem Gewinnrückgang zu rechnen sei. Als Grund nannte er die mauen Geschäfte vor allem in den USA und China. Die Aktie brach daraufhin um ein Viertel ein; den Abgangs Lahrs' nahmen die Investoren dagegen weitgehend ungerührt zur Kenntnis. Die MDax-Titel notieren inzwischen bei 52 Euro - vor einem Jahr waren sie noch mehr als doppelt so viel wert.

Der ehemalige Mehrheitsaktionär Permira hatte Lahrs 2008 als Nachfolger von Bruno Sälzer geholt, der den Konzern im Streit um die vom Finanzinvestor verordnete höhere Verschuldung verlassen hatte. Permira war 2007 bei dem schwäbischen Modehersteller eingestiegen, zog sich aber in den vergangenen Jahren schrittweise zurück. Im Frühjahr 2015 verkaufte der Finanzinvestor seine letzten Boss-Anteile.

Hugo Boss und andere Modeunternehmen wie Gerry Weber, Esprit oder Tom Tailor haben in den vergangenen Jahren den Verkauf ihrer Ware über eigene

oder Franchise-Geschäfte vorangetrieben und bei den Neueröffnungen ein erhebliches Tempo vorgelegt. Die hiesigen Modefirmen ringen allerdings mit dem wachsenden Onlinehandel und den steigenden Marktanteilen von H&M und den Inditex-Ablegern Zara und Massimo Dutti. Die Konkurrenten sorgen mit rasch wechselnden Kollektionen für steten Zustrom in ihre Geschäfte.

Reuters/soc

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