Donnerstag, 24. August 2017

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Einkaufsplan Teurere Geschenke unter dem Christbaum

Weihnachtsgeschenke: Händler spekulieren auf hohe Umsätze

Das Ergebnis dieser Umfrage wird der deutsche Einzelhandel gerne hören: Angesichts steigender Löhne und besserer Konjunkturaussichten wollen die Bundesbürger in diesem Jahr angebliche so viel Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben wie lange nicht mehr.

Düsseldorf - Gute Nachrichten für den deutschen Einzelhandel: Zum Start des wichtigen Weihnachtsgeschäfts sind die Deutschen in Kauflaune. Angesichts steigender Löhne und guter Konjunkturaussichten wollen sie in diesem Jahr soviel Geld ausgeben wie lange nicht mehr. Nach einer Umfrage im Auftrag der Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) beträgt das durchschnittliche Geschenkbudget in diesem Jahr 273 Euro. Das wären 43 Euro oder 19 Prozent mehr als im Vorjahr.

"Die Händler in Deutschland dürfen sich auf ein gutes Weihnachtsgeschäft freuen", kommentiert EY-Handelsexperte Thomas Harms die Zahlen. Das Portemonnaie sitze so locker wie lange nicht mehr. "Die Händler dürften im diesjährigen Weihnachtsgeschäft ein ordentliches Plus einfahren", glaubt Harms.

Ähnlich schätzt auch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK ) das Konsumklima in Deutschland ein. Die Kauflaune sein ungebrochen und die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen ausgesprochen hoch. Gleichzeitig sei die Sparneigung angesichts der niedrigen Zinsen gering, heißt es im jüngsten Konsumklimabericht der GfK.

Angesichts der stabilen Arbeitsmarktsituation wächst offenbar auch wieder die Bereitschaft, größere Anschaffungen auf Pump zu finanzieren. Nach einer Umfrage der GfK nutzen derzeit etwa 33 Prozent der Haushalte einen Ratenkredit für größere Anschaffungen, wie beispielsweise ein Auto, eine Küche oder ein Fernsehgerät. Vor einem Jahr waren es erst 29 Prozent.

Gute Chancen auf ertragreichen Jahresendspurt

Einem Jahresendspurt im Einzelhandel stehe damit eigentlich nichts mehr entgegnen, glaubt deshalb auch der Chef-Investmentstratege der Postbank Börsen-Chart zeigen , Marco Bargel. "Die Kaufbereitschaft der Bundesbürger ist so hoch wie seit Jahren nicht mehr." Die Postbank erwartet, dass die Umsätze im Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr auf mehr als 80 Milliarden Euro klettern. Gegenüber dem Vorjahr wäre dies ein Plus von gut 1,5 Prozent.

Zu den größten Gewinnern im Weihnachtsgeschäft dürften nach der EY-Studie die Online-Händler gehören. Vor allem jüngere Verbraucher schätzen das Internet-Shopping: Die unter 35-Jährigen geben demnach mittlerweile fast ein Drittel ihres Weihnachtsbudgets im Internet aus.

Doch auch Kaufhäuser und Einkaufszentren könnten sich im Weihnachtsgeschäft auf deutliche Zuwächse freuen, meint Harms unter Berufung auf die Studie. "Es ist ja keineswegs so, dass der Geschenkkauf komplett ins Internet abwandert: Kaufhäuser, die auf hohem Niveau ein individuelles Einkaufserlebnis bieten, können dauerhaft wettbewerbsfähig bleiben." Gerade in der Vorweihnachtszeit genössen Kunden das festliche Ambiente geschmückter Häuser. Die Ideen für ihre Weihnachtsgeschenke holen sich mehr als ein Drittel der Befragten noch immer beim klassischen Stadtbummel. Nur gut jeder Vierte nutze das Internet als Ort für Inspirationen.

Zu originellen Geschenkideen scheinen aber beide Methoden nicht zwangsläufig zu führen. Ganz oben auf der Geschenkliste stehen auch in diesem Jahr wieder Bücher, Geldgeschenke und Kleidung, gefolgt von Spielwaren, Lebensmitteln, CDs und DVDs sowie Kosmetika.

Erich Reimann/kst/dpa

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