Dienstag, 18. Dezember 2018

Kohlensäuremangel auch bei deutschen Brauereien Wird zur WM das Bier knapp?

Biertrinkender WM-Fan in Halle

Wenn am Nachmittag das WM-Spiel Deutschland gegen Südkorea angepfiffen wird, greift so manch einer sicher zum Fußball-Bier. Eine Sache allerdings droht die Feierlaune zu stören: Ein akuter Kohlensäuremangel bedroht die Bierversorgung während der WM.

Vor allem aus Großbritannien sind derzeit erste Meldungen von Brauereien zu vernehmen, die nicht mehr alle Sorten in unbegrenzter Menge liefern können. Aber auch deutsche Brauereien sind bereits von dem Engpass bei Kohlensäure betroffen. Die Produktion ist hierzulande allerdings den Informationen zufolge noch nicht beeinträchtigt.

Die Knappheit an Quell-Kohlensäure spüre man auch, hieß es beispielsweise bei der Radeberger-Gruppe, die unter anderem Schöfferhofer-Weizen sowie Biere der Marken Binding, Schultheiss, Tucher und Clausthaler brauen. "Allerdings konnten wir dies in unseren Brauereien und unserem Mineralbrunnen bislang noch erfolgreich aussteuern, so dass unsere Produktionsabläufe davon nicht beeinflusst werden."

Auch Großschlachtereien, die Tiere mit CO2 betäuben, sind von dem Engpass betroffen. Die größte schottische Schlachterei Quality Pork Limited stellte laut BBC wegen des Engpasses bereits den Betrieb ein. Deutsche Schlachtereien sind ebenfalls mit einem Mangel an Kohlensäure konfrontiert. Bislang geben es bei den Schlachtungen aber keine Einschränkung, hieß es beispielsweise beim Großschlachter Böseler Goldschmaus im niedersächsischen Garrel.

Erste Großhändler rationieren bereits

In Großbritannien sieht das schon anders aus. Dort ist der zu Tesco gehörende britische Getränkegroßhändler Booker ist mittlerweile sogar dazu übergegangen, Bier und Cider zu rationieren, wie die BBC am Dienstag berichtete. Dort können Kunden aktuell nur jeweils zehn Kästen Bier und fünf Gebinde Cider mitnehmen.

Betroffen von dem Kohlensäuremangel ist auch Heineken in Großbritannien. Laut einem Bericht des Fachmagazins "The Grocer" schrieb die Brauerei Pubs an und wies sie darauf hin, dass aktuell für bestimmte Biersorten begrenzte Bestellmengen gelten. Auf Nachfrage der BBC bestätigte Heineken, dass der Kohlensäure-Lieferant des Unternehmens sie über Verfügbarkeitsprobleme informiert habe. Betroffen sind laut dem Bericht die Sorten "John Smith's Extra Smooth" und Amstel in Fässern.

Auch die Pub-Kette Weatherspoons bestätigte bereits zu erwartende Versorgungsprobleme: Momentan habe man noch keine Versorgungsprobleme, hieß esvergangene Woche. "Aber das wird sich wahrscheinlich in den nächsten Tagen ändern", hieß es. "Möglich, dass dann einige Produkte nicht verfügbar sind. Und wenn Weatherspoons betroffen ist, dann auch alle anderen."

Die Britische Bier und Pub Association (BBPA) ermahnte ihre Mitglieder mittlerweile sogar, für ihre zapfanlagen, für die ebenfalls Kohlensäure nötig ist, nur lebensmitteltaugliches CO2 zu verwenden.

Grund für den Kohlesäuremangel, der mittlerweile auch britische Coca-Cola-Abfüller betrifft, sind saisonale Schließungen von Ammoniak-Anlagen, die CO2 als eine Art Nebenprodukt erzeugen. Da Ammoniak vor allem für die Düngemittelproduktion verwendet wird, dessen Hauptproduktionszeit zwischen August und März liegt, schließen viele Anlagen im Sommer für eine Zeit die Tore für Wartungsarbeiten.

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