Mittwoch, 20. Februar 2019

Gewinneinbruch im zweiten Quartal H&M-Klamotten türmen sich in den Lagern

H&M-Filiale in Düsseldorf: Der Modekonzern steckt tief im Konzernumbau fest

Der schwedischen Modekette Hennes & Mauritz (H&M) gelingt auch im zweiten Quartal 2018 noch nicht die Kehrtwende. Der Gewinn ging um mehr als ein Fünftel auf 4,6 Milliarden schwedische Kronen (569 Millionen Euro) zurück, wie die weltweite Nummer Zwei hinter der Zara-Mutter Inditex am Donnerstag mitteilte.

Als Grund nannte Vorstandschef Karl-Johan Persson neben hohen Lagerbeständen Einbußen in den USA, in Frankreich, Italien und Belgien infolge veränderter Logistiksysteme. "Das erste Halbjahr war etwas schwieriger, als wir ursprünglich dachten, aber wir glauben, dass es eine allmähliche Verbesserung gibt und dass wir eine stärkere zweite Hälfte sehen werden", sagte der Manager.

Die Anleger blieben skeptisch: An der Börse büßte die Aktie Börsen-Chart zeigen zeitweise mehr als 4 Prozent ein.

H&M stellt derzeit seine Logistiksysteme um. "Diese Übergänge sind kompliziert und können zu vorübergehenden Unterbrechungen führen, wie sie im zweiten Quartal in einigen unserer Hauptabsatzmärkte leider aufgetreten sind", erklärte Persson.

Inditex behauptet sich besser gegen den wachsenden Onlinehandel

In einigen Märkten habe sich der Umsatz aber positiv entwickelt wie etwa in Schweden, Norwegen, Dänemark und Osteuropa. "Dies zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass unsere digitalen Investitionen und Verbesserungsarbeiten Früchte tragen." Insgesamt sei jedoch der nur um zwei Prozent auf 60,4 Milliarden Kronen (5,82 Milliarden Euro) gestiegene Quartalsumsatz nicht zufriedenstellend.

"Wir haben noch immer viel zu hohe Lagerbestände", sagte Persson. Im dritten Quartal dürfte es daher zu weiteren Preisnachlässen kommen, um diese zu bereinigen. Für 2018 kündigte der H&M-Chef die Eröffnung von rund 390 neuen Läden an, gleichzeitig würden 150 geschlossen.

H&M-Rivale Inditex mit seinen Marken Zara, Massimo Dutti und Bershka kann sich in dem durch den wachsenden Onlinehandel hart umkämpften Markt besser behaupten als die meisten Konkurrenten. Die Spanier binden Verkäufe über das Internet stärker in das eigene Geschäft ein. Zudem können sie durch die Fertigung eines Großteils der Waren in Europa schneller auf neue Trends reagieren. So konnte die Zara-Mutter zuletzt mit ihren rasch wechselnden Kollektionen einen Gewinnanstieg verbuchen.

mg/rtr

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