Sonntag, 9. Dezember 2018

Modekonzern CEO und Kreativdirektorin verlassen Gucci

Patrizio Di Marco, Frida Giannini: Die beiden haben nicht nur jahrelang zusammen für Gucci gearbeitet, sondern auch eine gemeinsame Tochter

Wechsel an der Spitze des Luxus-Labels Gucci: Kreativ-Direktorin Frida Giannini und CEO Patrizio di Marco verlassen das Unternehmen. Für den Chef steht schon ein Nachfolger fest, teilt der Mutterkonzern Kering mit.

Paris - Der italienische Mode- und Accessoires-Hersteller Gucci erhält zum Jahreswechsel einen neuen Chef. Der französische Gucci-Mutterkonzern Kering teilte am Freitag in Paris mit, dass der zurücktretende Patrizio di Marco von Marco Bizzarri abgelöst wird.

Di Marco hat mehr als 13 Jahre für Kering gearbeitet. Bizzarri leitet seit April dieses Jahres die Kering-Sparte "Luxus - Couture und Lederwaren". "Ich habe sehr gerne mit Patrizio zusammengearbeitet", sagte Kering-Chef François-Henri Pinault

Auch Kreativdirektorin Frida Giannini verlässt Gucci. Sie geht nach der Präsentation der Damenkollektion Herbst-Winter 2015/16 am 25. Februar. Wer ihr nachfolgt, ist noch nicht bekannt.

Für Giannini findet der Kering-Chef ebenfalls warme Worte: "Ich möchte Frida für ihre außergewöhnliche Leidenschaft, ihr Engagement und ihren Beitrag danken. Sie war für knapp ein Jahrzehnt die einzige Kreativchefin von Gucci. Das ist eine bemerkenswerte Leistung, in Anbetracht der großen und breiten Verantwortung, die sie über eine so lange Zeit hatte."

Zum Kering-Konzern gehören insgesamt 17 Luxusmarken wie Bottega Veneta, Puma, Alexander McQueen und Saint Laurent. Hatte Gucci die Finanzkrise gut überstanden, meldete das Modelabel für das dritte Quartal einen Umsatzrückgang von 1,6 Prozent auf 851 Millionen Euro. Durch den starken Expansionsdrang sei die Marke zwar weltweit vertreten, aber gerade in China habe sie wegen der hohen Verbreitung ihren Statuscharakter verloren, hieß es seitens Kritikern. Die Aufgabe des neuen Vorstandschefs wird es nun sein, Guccis Status wieder exklusiver erscheinen zu lassen. Giannini hatte dazu schon ein neues Ladenkonzept entwickelt, das Gucci klar im oberen Preissegment etablieren sollte, umgesetzt wurde es in den Markengeschäften aber bisher nur zum Teil.

Der Kering-Konzern hat in jüngster Vergangenheit mehrere Personalwechsel vollzogen. Erst im Oktober war der Chef-Posten bei Bottega Veneta neu besetzt worden: Marco Bizzarri beerbte Carlo Beretta. Bei Christopher Kane stieg Alexandre de Brettes aus, es folgte Sarah Crook.

rei/akn/dpa-afx

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