Samstag, 16. Dezember 2017

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Insolventer Hosenhersteller Gardeur hat neuen Investor gefunden

Einkaufsbummel: Hosen von Gardeur landen immer seltener in den Einkaufstaschen
picture alliance / dpa
Einkaufsbummel: Hosen von Gardeur landen immer seltener in den Einkaufstaschen

Der insolvente Hosenhersteller Gardeur hat einen neuen Besitzer. Die Verträge zur Unternehmensübertragung seien bereits bei einem Notar unterzeichnet worden, teilte das Unternehmen mit. Die Gardeur Gruppe sei damit gerettet, hieß es. Wer der neue Investor ist, wurde bisher nicht mitgeteilt.

Gardeur hatte Anfang Oktober Insolvenz anmelden müssen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Biner Bähr hatte jedoch von mehreren Interessenten an dem Unternehmen berichtet.

Insgesamt beschäftigt Gardeur rund 1600 Mitarbeiter. Der größte Teil davon arbeitet allerdings in den nicht von der Insolvenz betroffenen Fabriken in Tunesien. Das Unternehmen gehörte bisher zu 51 Prozent Geschäftsführer Gerhard Kränzle, der Rest lag bei der NRW.Bank.

Wie das manager magazin in seiner Ausgabe 10/2017 berichtete, leidet Gardeur seit Langem unter Absatzproblemen. Im Geschäftsjahr 2014/15 lag der Umsatz mit 83 Millionen Euro auf dem Niveau von 1999. Der Hosenhersteller konnte nur deshalb einen minimalen Nettogewinn verbuchen, weil Rückstellungen aufgelöst wurden.

In der Zentrale in Mönchengladbach sind etwa 230 Menschen beschäftigt. Hier war in den vergangenen Tagen von einem notwendigen Stellenabbau die Rede. Allerdings sei dies vom künftigen Investor abhängig, hieß es. Über die Details der Übernahme sollen nun zunächst die Mitarbeiter unterrichtet werden. Zurzeit betreibt Gardeur in Mönchengladbach noch praktisch alle Schritte beim Produktentwurf selbst - vom Design bis zur Modellnäherei.

mg/dpa

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