Mittwoch, 14. November 2018

Bundeskartellamt stimmt Zusammenschluss zu Karstadt und Kaufhof dürfen fusionieren

Grünes Licht für die Fusion von Karstadt und Kaufhof
Getty Images
Grünes Licht für die Fusion von Karstadt und Kaufhof

Das Bundeskartellamt hat die Fusion der Warenhäuser Karstadt und Galeria Kaufhof freigegeben. Das teilte die Wettbewerbsbehörde am Freitag in Bonn mit. Es gebe nach intensiver Prüfung weder aus Sicht der Verbraucher noch der Hersteller und Lieferanten wettbewerbliche Bedenken, erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

"Wir haben festgestellt , dass Kaufhof und Karstadt selbst bei isolierter Betrachtung des rein stationären Handels nur in einzelnen Warengruppen und Regionen Marktanteile von mehr als 25 Prozent erzielen", erklärte Mundt. Für eine stark wachsende Zahl von Verbrauchern seien zudem Online-Händler eine wichtige Einkaufsalternative. "Dieser zunehmende Wettbewerbsdruck des Online-Handels ist in unsere Bewertung eingeflossen."

Der nordamerikanische Handelsriese HBC und die österreichische Signa hatten Mitte September ein Gemeinschaftsunternehmen aus den beiden ehemaligen Erzrivalen auf den Weg gebracht. Dabei behält der österreichische Immobilienunternehmer und Karstadt-Eigner René Benko bei dem neuen Warenhausholding jedoch die Oberhand. Seine Signa hält mit 50,1 Prozent eine knappe Mehrheit an der neuen Holding, die kanadische HBC die restlichen Anteile. Zudem hält Benko über die Immobilientochter Signa Prime Selection künftig 50 Prozent am europäischen Immobilienbestand von HBC.

Das Gemeinschaftsunternehmen soll 32.000 Mitarbeiter beschäftigen. Die zusammengeführten Geschäfte erzielten laut HBC 2017 einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro. Doch wie geht es nun weiter?


manager magazin Premium berichtet ausführlich über den Masterplan von René Benko


Fest steht bereits, dass die Chefetage der Warenhauskette der Karstadt-Manager Stephan Fanderl übernimmt. Besonders in der Kaufhof-Belegschaft geht nun die Sorge um, dass es zu zahlreichen Stellenstreichungen kommen könne. Karstadt-Eigner René Benko hatte zwar Spekulationen über einen massiven Stellenabbau beim Kaufhof im Zuge der Warenhausfusion zurückgewiesen. Doch mit Umstrukturierungen muss gerechnet werden.

Dabei scheint ein Stellenabbau von kolportierten 5000 Arbeitsplätzen zu hoch, 3000 Stellen dürften realistischer sein. Betreffen wird das wahrscheinlich vornehmlich Arbeitsplätze ohne Kundenkontakt, was in den Bereichen Logistik, Verwaltung, IT und Personal der Fall ist.

Zudem dürften die beiden bestehenden Zentralen in Köln und Essen zusammengelegt werden. Vermutet wird, dass dabei statt teurer Miete in Kölner Innenstadtlage sich der Standort in Essen durchsetzen wird.

dpa/AFP/akn

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH